Emanuel Geibel
Gedichte
Emanuel Geibel

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Nun ringt bei Frühlingswettern
Sich aus der Erde Schoß
In Blume, Blüt' und Blättern
Die alte Sehnsucht los.

Die Bäche hör' ich brausen
Von fern durchs Waldgebiet,
Es geht im Wipfelsausen
Ein Auferstehungslied.

Da schwillt, vom dunkeln Triebe
Allmächtig ausgedehnt,
Das Herz auch, das der Liebe
Verlornes Glück ersehnt.

Nicht mehr den Tränenbächen
Verwehrt es streng den Lauf,
Und seine Wunden brechen
Wollüstig blutend auf.

 


 


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