Emanuel Geibel
Gedichte
Emanuel Geibel

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XXXV.

    Und gestern Not und heute Wein,
Das ist's, was mir gefällt;
Und morgen ein Roß, ein schnelles Roß,
Zu reiten in die Welt.

Vergangnes Leid ist kaum ein Leid,
Und süß ist Jubel im Haus,
Und dazu ein Blick, ein heller Blick
In lust'ge Zeit hinaus.

Die Welt ist jetzt so frühlingsgrün
Und hat der Blumen so viel.
Hat Mägdlein schön wohl nah und fern
Und klingend Saitenspiel.

Und bist du nur der rechte Mann,
Und greifest fröhlich drein,
So Ros' als Maid, so Lieb' als Lied
Ist alles, alles dein.

Drum gestern Not und heute Wein,
Das ist's, was mir gefällt:
Und morgen zu Roß, wohl hoch zu Roß
Reit' ich in alle Welt.

 


 


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