Emanuel Geibel
Gedichte
Emanuel Geibel

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Pergolese.

                  Endlich ist das Werk vollendet,
Und der fromme Meister sendet
Seinen Dank zu Gottes Thron;
Da erbraust in mächt'gen Wogen
Durch des Domes stolze Bogen
Schon Gesang und Orgelton:

Stabat mater dolorosa
Juxta crucem lacrimosa,
Dum pendebat filius
Cujus animam gementem
Contristatam ac dolentem
Pertransivit gladius.

Und der Gottesmutter Schmerzen
Rühren mächtig aller Herzen,
Wie die Orgel tiefer schwillt;
Doch in schönen Himmelstönen
Muß sich selbst die Qual versöhnen,
Und der Wehmut Träne quillt.

Quis est homo, qui non fleret,
Christi matrem si videret
In tanto supplicio;
Quis non posset contristari,
Piam matrem contemplari
Dolentem cum filio!

Frommer Schauer, heil'ges Bangen
Hält des Meisters Seel' umfangen,
Todesahnung ernst und mild;
Doch in gläubigem Vertrauen
Sehn wir zum Altar ihn schauen
Auf der Jungfrau Gnadenbild.

Virgo virginum praeclara,
Mihi jam non sis amara,
Fac me tecum plangere,
Fac ut portem Christi mortem,
Passionis fac consortem
Et plagas recolere.

Horch! Da tönen Seraphslieder
In den Chor der Frommen nieder,
Wunder ahnend lauscht das Ohr;
Erdwärts steigen sel'ge Geister,
Tragen himmelan den Meister,
Und das Lied rauscht mit empor:

Fac me cruce custodiri,
Morte Christi praemuniri,
Confoveri gratia;
Quando corpus morietur,
Fac ut animae donetur
Paradisi gloria.

 


 


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