Emanuel Geibel
Gedichte
Emanuel Geibel

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An Ludwig Achim von Arnim.

          Wenn sich ein Geist erhebt in ungeschwächter
Erhabner Würde mit gewalt'gem Schritte,
Zu stolz, daß er des Haufens Gunst erbitte,
So wird er oft dem Niedern zum Gelächter.

So gingest du, der treue Kronenwächter
Altdeutscher Gottesfurcht und edler Sitte,
Verkannt durch deiner Zeitgenossen Mitte,
Doch nur ein Lächeln gönnend dem Verächter.

Still schmücktest du indes mit Kreuz und Blume
Den Dom, an dem du bauetest, den weiten,
Zu Gottes Ehre, deinem Volk zum Ruhme.

Zwar sahst du nicht das Werk zum Ende schreiten,
Doch ragt's gleich jenem Kölner Heiligtume
Ein riesig Bruchstück in dem Strom der Zeiten.

 


 


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