Johann Peter Eckermann
Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens
Johann Peter Eckermann

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Donnerstag, den 22. [Freitag, den 23.] April 1830*

Bei Goethe zu Tisch. Frau von Goethe war gegenwärtig und die Unterhaltung angenehm belebt; doch ist mir davon wenig oder nichts geblieben.

Während der Tafel ließ ein durchreisender Fremder sich melden, mit dem Bemerken, daß er keine Zeit habe sich aufzuhalten und morgen früh wieder abreisen müsse. Goethe ließ ihm sagen, daß er sehr bedaure, heute niemanden sehen zu können; vielleicht aber morgen mittag. »Ich denke,« fügte er lächelnd hinzu, »das wird genug sein.« Zu gleicher Zeit aber versprach er seiner Tochter, daß er den Besuch des von ihr empfohlenen jungen Henning nach Tisch erwarten wolle, und zwar in Rücksicht seiner braunen Augen, die denen seiner Mutter gleichen sollten.


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