Johann Peter Eckermann
Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens
Johann Peter Eckermann

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Dienstag, den 11. November 1823*

Kleine Abendgesellschaft bei Goethe, der seit längerer Zeit wieder leidend ist. Seine Füße hatte er in eine wollene Decke gewickelt, die ihn seit dem Feldzuge in der Champagne überallhin begleitet. Bei Gelegenheit dieser Decke erzählte er uns eine Anekdote aus dem Jahre 1806, wo die Franzosen Jena okkupiert hatten und der Kaplan eines französischen Regiments Behänge zum Schmuck seines Altars requirierte. »Man hatte ihm ein Stück glänzend karmesinrotes Zeug geliefert,« sagte Goethe, »das ihm aber noch nicht gut genug war. Er beschwerte sich darüber bei mir. ›Schicken Sie mir jenes Zeug,‹ antwortete ich ihm, ›ich will sehen, ob ich Ihnen etwas Besseres verschaffen kann.‹ Indessen hatten wir auf unserm Theater ein neues Stück zu geben, und ich benutzte den prächtigen roten Stoff, um damit meine Schauspieler herauszuputzen. Was aber meinen Kaplan betraf, so erhielt er weiter nichts; er ward vergessen, und er hat sehen müssen, wie er sich selber half.«


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