Johann Peter Eckermann
Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens
Johann Peter Eckermann

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Sonntag, den 16. [Sonnabend, den 15.] November 1823*

Goethe ist immer noch nicht besser. Die Frau Großfürstin schickte ihm diesen Abend durch mich einige sehr schöne Medaillen, deren Betrachtung ihm vielleicht einige Zerstreuung und Aufheiterung gewähren möchte. Goethe war über diese zarte Aufmerksamkeit seiner hohen Fürstin sichtbar erfreut. Er klagte mir darauf, daß er denselbigen Schmerz an der Seite des Herzens fühle, wie er seiner schweren Krankheit vom vorigen Winter vorangegangen. »Ich kann nicht arbeiten,« sagte er, »ich kann nicht lesen, und selbst das Denken gelingt mir nur in glücklichen Augenblicken der Erleichterung.«


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