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Von dem Kartenschlagen.

Der Wahrsager mischt die Karte, läßt sie den, der sich will wahrsagen lassen, abheben, und ihn sich ein Blatt wählen, wonach der Wahrsager, wie er sagt, sich richten will. Dann legt er die Blätter, je achte nach der Reihe auf, betrachtet die Lage des von jenem erwählten Blatts, und die Lage der andern gegen dasselbe, und fängt nun an, vergangenes und zukünftiges zu sagen. Jedes Blatt in der Karte, jede Farbe hat ihre Bedeutung, aber ist ganz willkührlich, wie man sie deutet, und jeder kann sich selbst die Regeln entwerfen, wonach er aus der Karte wahrsagen will. Was für Verbindungen kann ein erwähltes, gezogenes oder geworfenes Blatt mit den Schicksalen der Menschen haben, und wie könnte man daraus vergangene und zukünftige Dinge sehen? Warum soll diese Farbe Glück, jene Unglück zeigen? könnte es nicht gerade umgekehrt seyn? Ist dabei ein Ohngefehr; so kann man auf die daher genommene Prophezeihung nicht bauen. Sollte Gott, wie man glaubt, einen guten Geist wirksam dabei seyn lassen, wie könnte er das Wahrsagen verboten haben? Auch durch Kartenschläger sind die Menschen oft unglücklich geworden. Jene Frau, die sich auch darauf legte, bekam zuletzt den Staupbesen: Warum hatte sie das nicht in der Karte gesehen?


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