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Hungerquellen

fließen. Es würde aber sehr sonderbar seyn, zu glauben, daß diese Quellen nur die Ursach von der darauf etwa erfolgenden Theuerung wären.

Dann hat man wieder geglaubt, Gott thue in theuren Zeiten ein Wunder, indem er auf eine außerordentliche Art Brod gebe. Man fand Mondmilch, eine feine weisse Kalkerde, die sich in Höhlen, Felsenritzen und Steinklüften findet, und aus mehligten lockern, und sehr leichten Theilen besteht. Arme und unwissende Leute nennen sie Berg- oder Himmelmehl, haben sie für ein ordentliches Mehl gehalten, und zum großen Nachtheil ihrer Gesundheit verkocht und verbacken. Alles dieß beweißt nun, daß wir aus den Zeiten heraus sind, wo Gott außerordentliche Dinge that, auf wunderbare Arten hilft oder errettet. Die Menschen aber sind einmal dazu geneigt, zu glauben, daß dieß noch jetzt geschehe, ohnerachtet Erfahrung und Erfolg schon oft das Gegentheil bewiesen haben. Möchte man sich aber doch einmal überzeugen, daß die natürlichen Wegen, die Wege Gottes sind, und daß er auf denselben alles thue.


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