Autorenseite

 << zurück weiter >> 

Vorbericht der Verlagshandlung zum Buch vom Aberglauben, Misbrauch und falschen Wahn.

Das Buch vom Aberglauben, welches der gelehrte und geschickte Prediger und Schul-Seminarlehrer, Herr Heinrich Ludwig Fischer zu Köthen erst kürzlich herausgegeben, fand ich nicht allein selbsten sehr vortreflich, sondern es stimmten auch die meisten Rezensionen mit mir ein und dahin: daß dieses Buch ein nöthiger Pendant zum bekannten Noth- und Hilfsbüchlein wäre, und in eines jeden Hausvaters Händen seyn sollte. Dies bewog mich zu dem Entschluße, dasselbe für die hiesigen Gegenden, hauptsächlich aber für das katholische obere Deutschland einzurichten, und als einen nothwendigen Beytrag meinem Unterricht- Noth- und Hilfsbüchlein folgen zu lassen.

Ich gieng das Buch demnach sorgfältig durch, änderte die für hiesige Gegenden unverständliche Provinzialausdrücke, strich auch in dieser Rücksicht die wenig Interesse habende, und gegen den katholischen Lehrbegriff anstossende Stellen weg, und schob dafür an gehörigen Orten andere aus dem gemeinnützigen Buche des Herrn D. Hauenschild betitelt: Aberglaube, Misbrauch, und falscher Wahn, ein; fügte auch noch einige Bemerkungen, Rügen und Sentenzen an.

Der Titel des Buchs vom Aberglauben entsprach, nach meiner Meynung, dem Inhalte nicht ganz, ich setzte ihn daher so, wie er nun voran steht.

Die Holzschnitte, die sämtlich schlecht sind, und daher auch höchst wenig erläutern, ließ ich weg, und gab dafür zwey Kupfer, bloß in der Absicht, das Buch damit zu zieren. Die auf dem Titel stehende Vignette stellt einen Teufels- oder Geisterbeschwörer dar, wie er den Geist zitirt, der auch in Bocksgestalt, nach Recht, Sitte und Billigkeit, erscheint. Der lächerliche und seltsame Apparat der Geisterbannerey liegt auf dem Tische, und in der Zauberhalle umher, und man darf ihn, so wie das Titelkupfer, nur flüchtig ansehen, so wird wohl kein vernünftiger Mensch sich des Lachens darüber enthalten können. Das Titelkupfer soll ein Portrait des Teufels, so wie sich solches die kranke Einbildungskraft der Abergläubischen mahlt, vorstellen.

Wer übrigens gern mehr von Hexen- Gespenster- und Schatzgräbergeschichten, von Zauberey, Bannen und dergleichen Zeugs wissen, widerlegt finden will, der lese das Buch, Uhuhu betitelt, und des Herrn Hofrath von Eckartshausen zu München herausgegebene Schriften von der natürlichen Magie, Zauber- und Hexerey: so wird er darinnen hinlängliche und überzeugende Beweise von der Ungereimtheit und Nichtigkeit dieser Sachen vorfinden.

Was sonst noch über das Buch vom Aberglauben und dessen Absicht zu sagen wäre, das belieben die geehrtesten Leser aus der nun folgenden Vorrede des Herrn Verfassers gefälligst zu entnehmen. Schriebs Weissenburg in Franken im Julymonate 1790.

Die Verlagshandlung.


 << zurück weiter >>