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Wenn man den Gaukeleien eines Künstlers zusieht, der durch seine Geschwindigkeit etwas thut, was außerordentlich scheint; so ist man geneigt, zu glauben er habe die Augen der Anwesenden verblendet, d. i. er habe etwas gethan, dadurch man etwas sehe, was wirklich nicht da sey. Aber wie ist das möglich? Unser Auge kann nicht so verändert werden, daß es etwas sehen sollte, was nicht da ist; oder das es die Dinge anders sehe, als sie wirklich geschehen. Es ist ein gemeines Kunststück, daß herumziehende Künstler allerlei Sorten von Band, mit verschiednen Farben, aus dem Mund heraus ziehen, daß sie Steine, Messer und dergleichen Dinge verschlucken. Die umstehenden sagen dann, er habe die Augen verblendet; er verhalte sich dabei ganz ruhig; sie sehen aber dergleichen, so wie es der Künstler haben wolle. Wer ein vierblätterichtes Kleeblatt bey sich trägt, sagt man, der könne nicht verblendet werden, sondern sehe alles mit natürlichen Augen, und könne dem Künstler einen Possen spielen, daß ihm nichts von statten gehe. Woher soll denn der Klee diese Kraft haben?


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