William Shaekespeare
Shakespeares Sonette
William Shaekespeare

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CXL

Nicht minder als du grausam, sei doch klug,
damit dein Hohn nicht meinen Schmerz entwöhne
von Stummheit, und er täte sich genug
und die Verzweiflung fände ihre Töne.

Ich lehr dich Klugheit: liebst du mich auch nicht –
daß du mich liebst, sei mir von dir erfunden:
ganz wie der Arzt in sichern Todes Sicht
von nichts dem Siechen spricht als vom Gesunden.

Läßt du verzweifeln mich, so werd ich toll
und könnt' in Tollwut deinen Ruf beflecken;
die Welt ist schlecht und so von Mißgunst voll,
daß toller Schimpf kann tollen Beifall wecken.

Damit uns beiden dies erspart sei; so
blick zu mir, ist dein Herz auch anderswo.


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