William Shaekespeare
Shakespeares Sonette
William Shaekespeare

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III

Im Spiegel sagt es dir dein Angesicht,
und es verlangt von dir, es neu zu fassen;
betrogen wär' die Welt, dein Bild zerbricht,
hättst Einer du die Mutterschaft erlassen.

Wo ist sie, die sich dir nicht leicht ergibt,
für Ehrentat nicht hielte, zu gebären
für dich? Wo der, der so sich selber liebt,
sich neidisch seinen Nachwuchs zu verwehren?

Dir, deiner Mutter Bild, worin sie schaut
den eignen Frühling, dir, auch dir gelingt,
wenn's herbstlich wird und deine Landschaft graut,
dich so zu schaun, als wärst du selbst verjüngt.

Bist erbenlos zu sterben du gewillt,
leb einsam und es stirbt mit dir dein Bild.


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