William Shaekespeare
Shakespeares Sonette
William Shaekespeare

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LXXVII

Im Spiegel siehst du deine Schönheit fliehn,
die Uhr gibt kund die Flucht dir deiner Stunden.
Ist diesen Blättern erst dein Geist verliehn,
hast bald du selbst die Frucht davon gefunden.

Die Risse, die das Bild dir hält bereit,
sie mahnen dich: schon stehen Gräber offen;
der Zeiger: wie mit Diebesschritt die Zeit
bald in der Ewigkeit ist eingetroffen.

Was dein Gedächtnis dir nicht kann bewahren,
in diese Blätter sollst du es verschließen,
daß fremdgewordne Worte du nach Jahren
als deine Geisteskinder kannst begrüßen.

Begib dich oft ans Werk, es wird dir nützen,
vermehrend deine Früchte zu besitzen.


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