William Shaekespeare
Shakespeares Sonette
William Shaekespeare

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C

Wo bist du, Muse, die so lang' vergaß
zu gnaden mir mit geistgeformten Liedern?
leihst deine Glut du leerem Mittelmaß,
um gar dich zum Gemeinen zu erniedern?

Kehr um, Vergeßliche, und hole ein
entwichne Zeit, laß wieder sie ertönen,
dem Geiste deine Freuden zu verleihn,
der es vermag, den Stoff dir zu verschönen.

Sieh nach, ob in des Liebsten Antlitz will
der Fluch der Zeit schon eine Furche graben;
in diesem Fall versetz ihr ein Pasquill,
für alle Zeit soll Spott sie dafür haben.

Verwahr die Schönheit in des Ruhmes Schrift,
geschwind, bevor sie Sens' und Sichel trifft!


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