William Shaekespeare
Shakespeares Sonette
William Shaekespeare

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LXXXVII

Leb wohl! Zu hoch stehst du im Preis für mich,
und weißt, daß du vor allen auserkoren.
Nach deines Wertes Rechte frei, zerbrich
den Bund; mein Recht auf dich hab ich verloren.

Wenn nicht geschenkt, wie wärst du meine Habe?
War durch Verdienst solch Reichtum mir beschert?
Da ich in nichts bin würdig deiner Gabe,
gehört sich's, daß sie wieder dir gehört.

Du gabst dich, weil du deinen Wert nicht kanntest,
vielleicht auch weil den meinen du verkannt;
drum wieder wird, da deinen Sinn du wandtest,
was mein durch Irrtum war, dir zugewandt.

So warst du mein durch eines Traumes Macht:
ich schlief als Fürst, zum Nichts bin ich erwacht.


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