William Shaekespeare
Shakespeares Sonette
William Shaekespeare

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LXXXVIII

Wenn Leid mir zuzufügen dich erfreute
und mein Verdienst mit deinem Spott zu schmähn,
so kämpf ich gegen mich auf deiner Seite,
bereit, trotz falschem Eid dich treu zu sehn.

Die eignen Schwächen kann ich mir nicht hehlen
und will sie zeigen dir mit offnem Sinn,
und kennst du all mein Fehlen und Verfehlen,
so wird dir mein Verlust gar zum Gewinn.

Und schließlich mach ich's mir auch zum Geschenke:
da ich an dich zu denken nur vermag,
so bringt die Schmach, mit der ich selbst mich kränke,
als dein Ertrag mir doppelten Ertrag.

So lieb ich dich, und darf mich nicht beklagen:
was Liebe einträgt, hat sie zu ertragen.


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