William Shaekespeare
Shakespeares Sonette
William Shaekespeare

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XCII

Doch tu dein Schlimmstes nur: laß mich allein!
Solang' ich bin, wirst du zu mir gehören.
Die Zeit der Liebe wird mein Leben sein;
denn nur von ihr vermag es sich zu nähren.

So hab ich keine Furcht vor schlimmstem Leiden,
da das geringste mich schon überwunden,
und seh ein beßres Los sich mir bescheiden,
als das an deine Laune mich gebunden.

Du kannst nicht mehr mit Unbestand mich kränken;
dort, wo du abfällst, endet mir das Leben.
Wie gütig will das Schicksal mich beschenken:
in Liebe und im Tod mir Glück zu geben!

Wo aber wär' Vollendung, der nichts fehlt?
Du könntest falsch sein und hast mir's verhehlt.


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