William Shaekespeare
Shakespeares Sonette
William Shaekespeare

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XXXVII

So wie ein greiser Vater ganz beglückt
auf seines Sohnes Jugendschaffen sieht,
so blüht mir, den das Leben tief gebückt,
durch dich von neuem, was mir schon verblüht.

Denn ob Geburt, ob Schönheit, Wert und Witz
gemeinsam oder einzeln auserwählt
dich zu der höchsten Gaben Ehrensitz:
ich habe meine Liebe zugezählt.

So bin ich nicht mehr arm, ich schwelge mit,
und deine Jugendkraft heilt mein Ermatten.
Zur Fülle wird der Mangel, den ich litt,
und neuen Glanz schöpf ich aus deinem Schatten.

Vermehr' sich Fülle dir und Glück und Glanz!
Erfüllte sich der Wunsch, mein Glück wär' ganz.


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