William Shaekespeare
Shakespeares Sonette
William Shaekespeare

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CXX

Heut dank ich dir, was ich von dir erduldet,
doch einstmals war so voll von Leid mein Herz,
daß mich zerbrochen hätt', was ich verschuldet,
hätt' ich nicht Nerven wie von Stahl und Erz.

Konnt' meine Ungunst so dein Herz verletzen
wie deine meins, so littst du Höllenqual;
und ich Tyrann bedacht' nicht, abzuschätzen
das Leid, das deine Tyrannei befahl.

Oh, hätte mir nicht jene Schmerzensnacht
Bewußtsein unsrer Schmerzen doch gemindert,
wir hätten uns den Balsam zugebracht,
der Herzen stärkt und ihre Leiden lindert!

Durch Schuld wird nun das Lösegeld verdient,
da deine mich und meine dich entsühnt.


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