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Friedrich August der Starke,
Kurfürst von Sachsen, König von Polen.

(1694-1733)

August vor der Schmiede.

Vor ungrischer Schmiede
Hält August das Roß:
»Ein Eisen dem Rappen,
Vulkanischer Sproß!«

Der Schmied naht dem starken,
Dem fürstlichen Gast,
Der aber entreißt ihm
Das Eisen voll Hast.

Er bricht es in Stücke
Mit nerviger Hand:
»Welch elendes Eisen
Ach! führt ihr zu Land!

Da stutzet der Meister,
Da brummt der Gesell,
Vom Auge, vom Amboß
Sprüht's funkend und grell.

Sie hämmern und schmieden
Mit fluchendem Mund,
Das Roß ist beschlagen,
Stampft wiehernd den Grund.

Der Prinz hakt es hurtig
Vom Schmiedebaum los,
Und kollert zwei Species
Dem Schmied in den Schooß.

Der aber murrt finster:
»Halt, halt nur, mein Held!
Will 'mal erst probiren
Eu'r sächsisches Geld!«

Knacks – bricht er die Stücke
Mit markiger Hand:
»Welch elendes Silber
Ach! führt ihr zu Land!«

Der Prinz schlägt vor Staunen
Frohlockend die Brust:
»Komm, Starker! begleite
Den starken August!«



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