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457. König Piper.

Zs. f. s.-h. Gesch. 3, 33. Zur Anm. vgl. Nr. 322, 1 Anm.

Einst waren zwei Leute auf einer Koppel beim Pflügen. Da roch es mit einem Male sehr angenehm nach Pfannekuchen. Das werden nur die Unterirdischen sein, die da backen, meinten sie beide und wünschten sich jeder einige Pfannekuchen. Kaum hatten sie den Wunsch ausgesprochen, so stand das Gericht lieblich duftend vor ihnen. Sie verzehrten es mit gutem Appetit, dann legte der eine einen Schilling, der andere aber Dreck auf den leeren Teller. Augenblicklich kam der König Piper heraus und verfolgte den übermütigen. Der Knecht schnitt schnell die Stränge ab und warf sich aufs Pferd; aber der Kleine lief auf seinem einen Bein mit drohender Gebärde hinter ihm her und hüpfte ihm immer hinten aufs Pferd. In Todesangst erreichte er endlich das Dorf.

Aus Dersau im Gute Ascheberg durch Dr. Klander in Plön. – In dem Kindelberg bei Brekendorf hörte Nachts ein Knecht buttern. Er bat um ein Butterbrot. Einer kam und brachte es ihm. Da erschrak er und lief fort; der Unterirdische hinkte auf einem Bein, doch verfolgte er ihn. Da kam ein andrer Unterirdischer aus dem Berge heraus und rief: »Hinkelbeen, loop to! Hinkelbeen, loop to!« Aber doch holten sie den Knecht nicht ein. – Viele Hügel, namentlich Steinhügel, heißen Kindel- oder Kinderberg. In Angeln bei Töstrup ein Barnhye, wo erst die Kirche stehen sollte, bei Nübel, im Amt Gottorf. Man sagt auch, daß auf solchen Barnhyes einst Kinder geopfert wären.

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