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281. Troyburg.

Ein Landmesser, der falsch gemessen hat, »der Jordansmann««, geht mit klirrenden Ketten bei Nacht übers Feld: Urqu. 4, 123 aus Nordfriesland; Heim. 8, 203 aus Stapelholm; vgl. Nr. 410 und zu Nr. 296. Kristensen 5, 1434. Auf Damp reitet ein früherer Gutsbesitzer, »de Schimmelrider«, nächtlich auf weißem Pferde durch das Gut, um nach dem Rechten zu sehen: Jessen u. Kock, Heimatb. des Kr. Eckernförde S. 193. Heim. 30, 139. Ebenso ein früherer Besitzer zwischen Rausdorf und Papendorf in Stormarn: Frahm, Stormarn S. 88. Auch auf Schönhagen zeigt sich der frühere Besitzer nachts zu Pferde: Jessen u. Kock a. a. O. S. 193. Ein alter Haushalter, »Vadder Kock«, kann sich von Damp nicht trennen und geht mit seiner großen Laterne über die Brücke ins Kuhhaus (Mündlich). »De ole Stamer«, ein Hofbesitzer, der in seinem Leben viel Unrecht getan hat, spukt in der Nähe von Ratzeburg auf seinem Hof, will immer ins Haus, pustet Wanderern auf der Chaussee die Laterne aus und verschwindet mit dem Glockenschlag vier (Mündlich). Zahlreich sind noch heute die Erzählungen von Wiedergängern in allen Teilen des Landes. Bei Wacken geht ein alter Bauer mit einer Schaufel um, der seinem mit Staugerechtigkeit ausgestatteten Nachbarn das Wasser geraubt hat: Voß und Schröder, Chronik des Kchsp. Wacken (1903) S. 53. Aus dem Wege zwischen Schwabstedt und Winnert spukt ein früherer Landvogt, der großes Unrecht getan hat; er schwenkt seinen dreieckigen Hut hoch in der Luft, und aus dem Hute hängen Papiere, die im Winde flattern: Mitt. d. nordfr. Vereins 7, 81 u. mündlich. In Schwabstedt ging ein Mann, namens Fürst, der erst Krämer, dann Gänsehalter auf der Gemeindeweide war, in seinem Hause um; er ist schließlich vom Pastor in den »Aasdiek« gebannt: daselbst u. mündlich. – Wer im Leben eine Schuld nicht bezahlt hat, muß umgehen: Heim. 4, 21 aus Hohenwestedt. Voß u. Schröder, Wacken S. 138. Detlefsen, Gesch. d. Elbm. 2, 449 f.; ebenso wer Geld versteckt hat und gestorben ist, ohne die Stelle zu verraten, s. zu Nr. 289. – Ein Jude, der einer Frau ein kostbares Halsgeschmeide abgeschwindelt hat und dann mit seinen Waren in einem grundlosen Teich ertrunken ist, sucht nachts nach dem Kleinod: Urdsbr. 5, 188 aus Damp. – Ein Mörder sucht das Messer, das er bei der Tat benutzt hat und das jedesmal am Mordtag von selbst aus dem See auftaucht; er muß es immer wieder in die Flut werfen: Urdsbr. 6, 109 aus Seth in Stormarn; umgehender Mörder auch Mitt. d. nordfr. V. 7, 82 aus Schwabstedt. Kristensen 5, 870 aus Flensburg. Fischer, Slesv. Folkes. 212. Ermordete rufen nachts nach Sühne: Urdsbr. 6, 109 aus Stormarn; Frahm, Stormarn S. 221. Fischer, Slesv. Folkes. 210. Hingerichtete gehen um: Heim. 8, 203 aus Stapelholm; 12, 293 zwischen Flensburg und Tondern. Ebenso Meineidige: Nr. 410. 533. 567. 296. 288 Anm. 293 Anm. Kristensen 6, 115. Meineidige unehrliche Drescher müssen ewig dreschen: Fischer, Slesv. Folkes. 410. Selbstmörder: Kristensen 5, 1041 (Tondern). Über Scheiderufer s. zu Nr. 298. Ein Richter büßt als »schwarzer Reiter« zwischen Raustorf und Witzhave seine übergroße Strenge: Nd. Jahrb. 1, 102. Andere Erzählungen von Wiedergängern: Kristensen 5, 520. 600. 710. 983 s. (Jungfrau, die ein Faß mit Geld vor sich her rollt). 1361. 1950. 1952 (zwei Jungfrauen begegnen sich: »Meine Füße sind so kalt.« – »Meine auch«; vgl. 4, 802 und Grundtvig, Gamle danske Minder 1, 202). 4, 794 u. ö. Fischer, Slesv. Folkesagn S. 63 ff. (aus Tombüll). 184 ff. Schütze, Schlesw. Folkesagn 1, 11. Johansen, nordfries. Sprache 248 ff. 261. – Zu den Wiedergängern gehört auch der Schimmelreiter; die von Müllenhoff nicht verzeichnete Sage (doch s. Nr. 277 Anm.) ist in Eiderstedt und durch Storms Novelle sehr bekannt: Momsen, Bilder aus Eiderst. (1890) S. 73. Eiderst. Beitr. z. Heimatk. S. 102.

In der Troyburg nördlich von Tondern ist in einem großen geräumigen Zimmer ein dunkler Fleck zu sehen; das ist ein Blutfleck; denn einst hat ein Ritter hier einen andern beim Trinkgelage erstochen. Es ist in der alten Burg überhaupt gar nicht geheuer und Nachts geht die Ahnfrau in den Gemächern umher.

Vor vielen Jahren hat hier der alte Peter Ranzau gewohnt, der ein unermüdlich tätiger Mann war. Seinen Geist sieht man noch auf dem Hoffelde zur Mitternachtsstunde umherwandeln, rasselnd mit messingenen Ketten und das Land messend.

Zweiter Bericht der Gesellschaft für Altertümer S. 12. 14.

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