Kaiserin Elisabeth von Österreich
Das poetische Tagebuch
Kaiserin Elisabeth von Österreich

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Bei ihrem Aufenthalt in Budapest im Februar 1888 traf die Kaiserin auch mit Graf Gyula Andrássy zusammen, dem ehemaligen ungarischen Ministerpräsidenten und österreichisch-ungarischen Außenminister (1871–1879), mit dem sie seit über zwanzig Jahren persönlich wie politisch in enger Verbindung stand. Sofort erwachte wieder Elisabeths politisches Interesse. Sie stimmte in Andrássys Klagen über die angeblich verfehlte Außenpolitik seines Nachfolgers, Graf Gustav Kálnoky (»dickes Eslein«) ein und setzte sich dafür ein, daß Franz Joseph wieder Andrássy (»jenen edlen Gaul«) in das Amt des k. u. k. Außenministers berufen solle – was dieser allerdings nicht tat.

An meinen Ehgemal.

Sag' an, mein trauter Ehgemal,
Was willst du wohl bezwecken?
Mir däucht, zur allgemeinen Qual
Bleibt schier Dein Fuhrwerk stecken.

Das Es'lein, das Du vorgespannt,
Es kann schon nimmer weiter;
Zu tief hat sich's im Dreck verrannt;
O, wär' es nicht gescheidter

Du fiengest jenen edlen Gaul
Dort, auf der freien Weide,
Und zwängest ihm den Zaum in's Maul,
Nicht morgen, nein noch heute.

Schon einmal riss er aus dem Dreck
Dir den verfahr'nen Karren,
D'rum jag' Dein dickes Es'lein weg,
Eh' man dich hält zum Narren.


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