Ludwig I. von Bayern
Gedichte
Ludwig I. von Bayern

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XXXII. Sonett.

An meine Schwester, Oesterreichs Kaiserin.

Den 31. Oktober 1818.

Ein Schutzgeist kehrtest in die Heimath du zurücke;
    Versöhnend kamst du zu der rechten Stunde;
    Ein gutes Wort aus deinem guten Munde,
    Und gleich zernichtet war das Werk der Tücke.

Wie sie geschlagen, heilte schon die Wunde.
    Wo du, lebt Alles wonnefroh dem Glücke,
    Du wünschest nur, daß Alles sich entzücke;
    Wer liebt dich nicht und hätte von dir Kunde!

So wurden Engel in der Vorwelt Zeiten
    Vom Himmel zu den Sterblichen beschieden,
    Das Gute unter ihnen zu verbreiten.

Wohin sie auch gekommen sind hienieden,
    Die Menschen von der Zwietracht sie befreyten,
    Und überall erblühte wieder Frieden.


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