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Pagay

Du Stiller mit dem Palmenzweige,
Kaum weiß ich, was ich sagen soll.
Du spieltest nie die erste Geige.
Dein Ton jedoch war echt und voll.

Der Stimm-Ton ließ sich leicht verschmerzen,
Der nicht in Schmalz und Tunke schwamm.
Du krächztest dich in uns're Herzen
Mit lieber Rauheit, wundersam.

Und warst ein lieblicher Gestalter,
Voll Menscheneinfalt, gut und schlicht.
Und wußtest heilig, edler Alter:
Die Seele, nicht die Kehle spricht.

Die Seele. Über Schmink' und Puder
Vernahm das Ohr ihr Flügelwehn.
So laß dir danken, Klosterbruder. – –
Und mög' dir's immer wohlergehn.

1913. 11. November.


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