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An August Grafen von Platen.

1825

Nimm hin den Dank, wie du mein Herz erfrischet!
Das war kein Mahl aus Orients fremder Küche;
Das mundet anders, als die kalten Sprüche,
Die der Hyperbeln Würze heiß gemischet!

Wein, lautern Wein hast du mir aufgetischet,
Erzogen auf durchsonntem Steingebrüche
Glüht er im Kelch, dampft auf in Wohlgerüche
Und schäumt, daß ihn kein Tadel überzischet.

Im Innersten hab ichs bekennen müssen:
Du bist, du bist der heilgen Sänger einer,
Vor deren Geist der meinige sich beuget.

Ja, selig ist die Lust, die schafft und zeuget;
Doch eine – heut empfind ich's – ist nicht kleiner:
Die Lust, begabtre Geister zu begrüßen.


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