Autorenseite

 << zurück weiter >> 

Liebe in der Fremde.

1811

Endlich rauscht des Stromes Welle,
Die so fremd mir klang, vertraut;
Berg und Thäler schauen helle,
Und der Geist der Flur wird laut.
Heimat ist's in meiner Seele,
Heimisch wird mir nun das Land;
Seit ich selbst mir nicht mehr fehle,
Find' ich alles rings verwandt.

Ja das macht, ich trag' im Herzen
Wieder nun ein liebes Bild:
Was verhüllt lag unter Schmerzen,
Tritt mit ihm hervor so mild.
Von den Augen fällt die Blindheit,
Feld und Wald im alten Schein
Laden mich, wie in der Kindheit,
Mit den trauten Stimmen ein.

Hoffnung führt mich auf die Fluren,
Die ich sonst nur irr durchstreift;
O und nach geliebten Spuren
Überall mein Auge schweift!
Jeder Weg, der zu ihr gehet,
Ist mir wie schon längst bekannt;
Jeder Boden, drauf sie stehet,
Ist mein altes Vaterland.


 << zurück weiter >>