Arno Holz
Dafnis
Arno Holz

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Er siht nach hartem Winter
von seiner lezzten Streu
auß der Kammer.

Ode Jambo-Trochaica.

             

Der Mey ist do! Der Mey!
O süsser Jubel-Schrey!
Der Himmel hängkt so tieff alß blau /
die Welt ist wie auß Morgen-Thau.
Aurora kömbt gegangen /
mit Rohsen gantz behangen /
der West lässt ohngesehn
blohß Amber-Lüfftgens wehn!
            Von den Hühten
            nikken Blühten /
alles jubelt / dantzt und springt /
            seit im Walde /
            nach der Halde /
wihderümb der Gukguk singt!

Der Mey ist do! Der Mey!
Nur ich bün nicht darbey!
Kein Qwintgen spühr ich mehr an Krafft /
ich lige welck und Lager-hafft!
Bald werd ich hingerissen /
kein Mäntsch wird von mir wissen /
ein Schatten war ich und ein Schaum /
kaum mehr alß jener Apffel-Baum!
            Durch mein Fenster
            blinckt und glentzt er /
eine Mutter hertzt ihr Kind –
            ich vergehe /
            da ich sehe /
wie die Beyde frölig sind!


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