Arno Holz
Dafnis
Arno Holz

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Er ringt mit Ihme / wie mit
Ihme fürmahls jener alte Ertzt-
Vatter Jakob rang.

Ode Jambo-Trochaica.

   

Nein / nein / ich lasse Dich nicht lohß!
Ich gläube ja / ich gläube!
Errette mich in Deine Schooß /
darmitt ich nicht verstäube!
Auß des Satans ekkler Schule
sih mich hihr für Deinem Stule /
ohnerhöhrt ist meine Noht /
hülff es / schläng ich Gassen-Koht!

Fast ward ich schon wie blind und taub /
laß / laß Dich drümb versühnen
und gönn mir Deinen Sternen-Staub /
drauß keine Gräber grünen!
Motten / Modder / Wuhst und Schimmel
dausch mir gnädig for den Himmel /
daß mich nicht nach kortzer Frist
nichts alß blohß die Fäulung frißt!

Vor warst Du mir ein Spihl / ein Spott /
Dein Wort stund mir auff Schrauben /
kein Plato soll mir itzt Dich / Gott /
kein Socrates mir rauben!
Ohn auch nur auff Dich zu höhren /
lihß ich mich durchs Fleisch bethören /
lüderlich war ich gesinnt /
durch und durch ein Sodoms-Kind!

Verruchter war ich wie kein Thier /
for Lieder pfiff ich Zoten
in meiner brännenden Begihr /
dreyn alle Lüste lohten!
Dem Catonischen Gelichter /
hieb ich qwer durch die Gesichter /
jeglicher Enthaltungs-stand
war mir gäntzlich unbekand!

Itzt bün ich blohß noch Haut und Bein /
mein Hertz kan kaum mehr schlagen /
mein schwartzer allerletzter Schreyn
steht schon auff seinem Schragen.
Nacht for Nacht auß meinen Kissen
schrekkt mich zittrend mein Gewissen /
Grauen wirfft mich / Angst und Schweiß /
gibt mich nicht den Würmern preiß!

Seit zwey mahl dausend Jahren schon
lobsingen dir Diorben;
sey nicht ümbsonst durch Deinen Sohn
am Creutz for mir gestorben!
Mach / daß ich nach dihser Erde
gantz mit Dir vereinigt werde /
däkkt mich gleich der Leichen-Stein /
laß es nicht for ewig seyn!

Auß Gold und Pärlen blizzt die Stadt /
gepflastert mit Tublonen /
kaum sehn sich an ihr sälbsten satt
die englischen Sqwadronen!
Jedem / der durch Deine Gnade
Jesum fand im Wasser-Bade /
wird dort einstmahls seine Haut
wihderümb neu anverdraut!

Wie freudig werd ich im Verein /
sorbald ich dort gelendet /
mit Dach und Opitz Gloria schreyn /
weil alles sich gewendet!
Nichts bleibt unterm Leichlach ligen /
alles werd ich wihder krigen:
Ohr und Nase / Mund und Kinn /
jedes kleinste Knöchelchin!

Das steht gantz durchauß und gewiß
durch Deine Schrifft verheissen /
Du wirst ümb einen Apffel-Biß
mich nicht ins Feuer schmeissen!
Dodt / du Teuffel / deinem Drachen
spey ich mitten in den Rachen:
bald bün ich dahin gelangt /
wo mein Haupt mit Krohnen prangt!

Dan jauchtz ich wihder frisch und roht /
o Freuden-volle Pfründe!
Waß wäre dihser Leib auß Koht /
wenn ich nicht aufferstünde?
Erst zwar drifft mich noch Verwesung /
doch sordann folgt die Genesung /
denn ich weiß es itzt alß Christ /
daß der Dodt mein Leben ist!


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