Arno Holz
Dafnis
Arno Holz

 << zurück weiter >> 

Daß sie for ihr Schlößgen
schon einen Schlüssel hat /
basst ihm nicht.

Ode Jambica.

           

Melinde / süsses Weib /
nach Amber räucht dein Leib /
gantz Gold sind deine Hahre;
doch daß zu gleicher Frist
dein Hertz ein Agtstein ist /
bringt mich noch auff die Bahre.

Stets hengt dir wo am Rokk
dein Mann / der Külster-Bokk /
der alte Krippen-Sözzer;
statt Alicanten-Wein
druppt er dir Wermuth ein /
pfy Teiffel / so ein Krözzer!

Zu Kuchen und Koffee
auff deinem Canape
dreff ich ihn däglich sizzen /
dein Händgen stopfft Confäkkt
und waß mir sonst noch schmäkkt
in alle seine Rizzen.

Hohl-Hippckens / Hindbeer-Schmältz
schläkkt er sich in den Bältz
zu einer Plunder-Brähtzel;
worhin er das blohß dreibt /
daß ist for mir und bleibt
durchauß ein schwartzes Rähtsel.

Streu-Strihtzel / Mandel-Klein /
daß muß ihm alles rein /
mir fehlt es fast an Bildern /
benebst Bappihr und Zeit
for so vihl Traurigkeit /
ümb solches auß zuschildern.

Sordan sezzstu dich hin
for ihn ans Klawizin /
ich kriege gleich die Krencke /
Molchs-Milch und Drachen-Rauch
befillt mir Brust und Bauch /
sorbald ich blohß dran dencke.

Darzu wird scharmuzzirt
durchauß und ohngenirt /
ein Büfgen hört man lachen!
Ich sehe steiff vorbey /
verfluchte Löffeley /
daß dich der Hellen-Rachen!

Zurlezzt so heissts adrett /
atchö / wir gehn zu Bett /
er seh uns rächt bald wihder.
Drümb / günge es nach mir /
so kehmstu / stoltzes Thier /
mit einem Blind-Worm nihder!


 << zurück weiter >>