Arno Holz
Dafnis
Arno Holz

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Er bereut nichts; er wüntscht
nur / daß ihn noch Ein-mahl
der Frühling freut.

Ode Jambica.

   

O göldner Vorjahrs-Schein /
    brächstu doch bald herein!
    Noch Ein-mahl möcht ich sehn
    die Kindgens Kräntze drehn!
    Itzt pfeifft der Wind auß Pohlen /
    dan dantzt man auff Violen /
    dan hängkt ob grüner Au
    die Lufft Hertz-Himmelblau;
ümb bundte Kiesel schwäzzt der Bach /
der Gukguk rufft das Echo wach!

    Frau Venus / fast entblöhßt /
    dan in ihr Hifft-Horn stöhßt /
    ihr Kleid auß Doppel-Dafft
    weht zihrlich auffgerafft!
    Sie hat mich gantz besessen /
    ich kan es nicht vergessen /
    alß ich im braunen Hahr
    noch jung und frölig war!
Da machten uns vergnügten Sinns
die gelben Himmels-Schlüsselgins!

    Wir saßen Hand in Hand /
    manierlich und galant /
    kein Lüfftgen blihß durchs Moos /
    wir lihßen uns nicht lohß /
    wenn das besüsste Lallen
    der kleinen Nachtigallen
    mich offt mit sanfftem Drang
    ihr für die Knye zwang.
Mein Hertzgespan / mein Augendrohst!
Wie hat sie mich dan lihb-gekohst!

    Sie hat mir manche Nacht
    den Rihgel auff-gemacht;
    waß heymlig dan geschehn –
    kein Mäntsch hats zugesehn!
    Ich lag ihr fäst am Hertzen /
    ich pflag mit ihr zu schertzen /
    ich lihß ihr keine Ruh /
    du lihbstes Seelchen du!
Sie war mein A / sie war mein O /
künt ichs – ich dhät es noch-mahl so!


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