Arno Holz
Dafnis
Arno Holz

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Im Nahmen eines
Andern.

Ode Trochaica.

           

Immer auß der sälben Kanne
schmäkkt mir nicht der bäste Wein.
Heute muß es Marmoranne /
morgen Marzimindgen seyn.
Nach den Schwartzen soll man drachten /
sie sind süß zu jeder Zeit;
doch die Blonden zu verachten /
halt ich for Ohnmügligkeit!

Alle lassen sich erbitten /
wenn man sie nur rächt beläkkt;
keine ist so streng von Sitten /
daß ihr nicht ein Küßgen schmäkkt.
Dreff ich Rosilis im Garten /
oder Buschgen gar im Heu /
flöht ich gleich auff dausend Ahrten:
Lihber dodt / alß ungetreu!

Doris küß ich auff die Bäkkgen /
Filosetten auff den Mund /
Sylvien kniep ich unters Gäkkgen /
Fillis / wo sie hindten rund.
For die niedlichsten Caräßgen
bün ich würcklich wie gemacht /
sälbst in das belihbte Gäßgen
schleich ich manchmahl kortz für Nacht.

Bey Bisqwit und Schokolade
sizzt man dan auff meinem Schooß;
zeigt den Schuch biß an die Wade /
macht sich beyde Brüstgens blohß.
Mit den freundlichsten Allüren
geht man gleich auff alles ein –
die da gläubte meinen Schwüren /
müßt ein rächtes Gänsgen seyn!


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