Rudolf Gottschall
Im Banne des Schwarzen Adlers
Rudolf Gottschall

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Erstes Buch.

Erstes Kapitel.

Die Domtanten.

Es war an einem Märztage des Jahres 1739, als ein junger Mann über die Breslauer Sandbrücke schritt. In den Lüften war jener wohlige Hauch des erwachenden Frühlings, der das Gemüth so hoffnungsvoll erregt. Das Eis der Oder flutete losgelöst, aber nicht gefahrdrohend, zwischen den Brückenpfeilern hindurch; der Strom erschien, so weit das Auge blickte, in lebendiger Bewegung und trug die abgestreifte winterliche Hülle hastig dem Meere zu. Ueber die Wellen hinweg zeigte sich am fernen Horizont jener eigenthümliche Duft, welcher wie die Verkündigung einer schöneren Jahreszeit gemahnt – und eine lichtweiße Wolke am Himmelssaum schien den Lerchen und Nachtigallen voraus zu schweben.

Unser Wanderer schlürfte den frischen Hauch der Wellen und Lüfte mit Behagen ein; doch schien sein 4 Geist von anderen Gedanken zu sehr in Anspruch genommen, um dem Leben auf dem Strome und der duftigen Fernsicht seine Aufmerksamkeit zu schenken. Auch an dem ehemaligen Augustinerkloster, an den hohen gothischen Fenstern der Sandkirche, an dem traulichen Klostergärtchen, das zur Sommerszeit seine grünen Zweige und Ranken so verwegen um das fromme Gemäuer schlingt, jetzt aber sich mit seinen Ufermauern gegen den anprallenden Eisgang des Stromes ängstlich wehrte, schritt er vorüber, ohne sich durch diese wechselnden Bilder von den Gedanken abziehen zu lassen, welche seinen Geist beschäftigten.

Das Domviertel war damals noch klösterlicher und schweigsamer als jetzt.

Die verschlossenen Thore und Thüren, die vergitterten Fenster des Erdgeschosses gaben den Häusern ein ungastliches Ansehen. Die Straße, die auf das Portal des Domes zuführte, war öd' und leer; nur ein paar Chorknaben in rothen Gewändern zeigten sich, die von einer kirchlichen Feierlichkeit heimkehrten. Dicht vor der doppelthürigen Domkirche, welche ein steinernes Marienbild bewacht, bog unser Wanderer linkswärts in eine Seitenstraße ein und blieb vor einem düsteren Hause stehen, das ganz von der hochragenden Domkirche überschattet wurde. Die Fenster aller Stockwerke waren mit Eisenstäben vergittert, 5 was dem Hause ein kerkerähnliches Ansehen gab. Der Treppenaufgang, der zur verschlossenen Hausthüre führte, war noch durch ein eisernes Gitter geschützt, dessen Pforte ebenfalls ein ungastliches Schloß zeigte.

Der Wanderer zögerte, die Klingel zu ziehen, nicht als ob er unsicher sei, das rechte Haus gefunden zu haben; nein, er schien erst sein hochschlagendes Herz beruhigen zu wollen, ehe er über diese Schwelle trat. Und doch war es nicht der Rausch der Freude, der ein langersehntes Wiedersehen verhieß, sondern ein Gefühl von Angst und Beklommenheit, wie vor einem wichtigen Augenblicke, der uns statt schwankender Träume der Phantasie eine unzweideutige und entscheidende Wirklichkeit bietet.

Endlich zog er rasch entschlossen die Klingelschnur; bald knarrte die schwere Hausthüre in ihren Angeln, und durch die schüchterne Oeffnung zeigte sich ein Gesicht mit fragenden Augen, das bleich, runzelig und verwittert, doch einem Körper anzugehören schien, dessen Wuchs ein zehnjähriges Mädchen nicht überragte. Bald kam die Eignerin selbst zum Vorschein, eine kleine verkrüppelte Gestalt mit einer Küchenlaterne, mit welcher sie dem hellen Tag in's Gesicht leuchtete. »Wer da?« rief sie mit kreischender Stimme von der Treppe herunter.

»Melden Sie Arthur von Seidlitz.«

6 Ein Grinsen der Thürwächterin, welches Anspruch darauf machte, eine freundliche Begrüßung zu sein, verrieth, daß ihr dieser Name nicht unbekannt sei. Nochmals prüfte sie die Erscheinung des jungen Mannes, dessen schlanke Gestalt und jugendfrisches Aussehen, dessen stattliche Haltung dem Bilde entsprach, das sie mit diesem Namen verknüpfte. Sie trat die Stufen herunter und auch die eiserne Pforte öffnete sich knirschend.

»Treten Sie nur ein – die Fräulein von Pogarell sollen gleich Nachricht erhalten, und was Isabellchen betrifft, ach, wie wird das arme Kind sich freuen!«

Arthur sah bald in dem Rococospiegel eines Boudoirs von eigenthümlicher Art sein Bild, das er zu möglichster Vollkommenheit zurechtzupfte. Auch strich er sich einige allzu sinnende Falten von der Stirne, denn er fühlte sich seinem Gewissen gegenüber verpflichtet, hier einen günstigen Eindruck hervorzurufen. Dann betrachtete er nach der Reihe die ehrwürdigen Bilder, welche die Wände zierten und welche durch einen unverkennbaren Familienzug verriethen, daß sie alle auf dem Stammbaume der Pogarell wachsende Früchte seien. Als er gerade mit Verwunderung ein Schlachtbild betrachtete, das sich in diese friedlichen Räume verirrt hatte und offenbar einen Ahnherrn der Familie darstellte, der sich gegen einige über ihn 7 geschwungene Tartarensäbel ritterlich zur Wehr setzte, während sich die große Tartarenschlacht im Hintergrunde in einen Nebel verlor, der mit dem Pulverdampf einer Bataille von Eugen und Marlborough eine bedenkliche Aehnlichkeit hatte: da legte sich etwas wie eine Hand auf seine Schulter; er drehte sich um, überzeugt, dem wohlwollenden Blicke der ehrwürdigen Jungfrau zu begegnen, welche diese Räume so behaglich geordnet und geschmückt; doch mit Erstaunen bemerkte er, daß er sich einem Wesen gegenüber befand, dessen Geschlechtsregister nur in einer Naturgeschichte zu finden war. Mit wahrer Protectionsmiene sah ihm ein Affe ins Angesicht, der zu den hervorragenden Chorführern aus den Wäldern von Ceylon gehört haben mußte; denn es war kein Schooßäffchen für Modedamen, sondern ein hochgewachsener Waldmensch, der gewiß in seiner Heimath mit einigen losgebrochenen Zweigen des Teakbaumes eine Procession von Buddhapilgern in die Flucht schlagen konnte. Hier erschien er freilich in modischem Costüm, wie ein Gentleman. Ehe sich Arthur von seinem Erstaunen erholte, fing es auf einmal in allen Winkeln des Zimmers an, sich geisterhaft zu regen. Ein Papagei ließ aus einem Käfig seine gelehrige Stimme ertönen, eine Zahl von grauen Kätzchen huschte hinter einem Vorhang hervor, und an der Thür, die zum 8 Nebenzimmer führte, kratzte ein bellender Mops, die nahende Herrin verkündend. In der That ließ die Beherrscherin dieses Thierreiches nicht mehr lange auf sich warten. Sidonie von Pogarell erschien, eine Jungfrau mit silberweißen Haaren, welche den modischen Puder verschmähten. Trotz der berechtigten Versuche der Natur, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln einen ehrwürdigen Eindruck hervorzurufen, wollte es ihr bei dem sechszigjährigen Fräulein nicht gelingen, denn ihre Züge hatten etwas Drolliges; die äußere Form derselben erinnerte in befremdlicher Weise an ein lebendes Vorbild, das zu ihren Füßen umhersprang; es war, als ob zu dieser Nase, zu diesem Mund, zu diesen Augen der kleine Mops Modell gesessen hätte; dazu kam eine mehr als jugendliche Beweglichkeit der dünnen Gestalt, ein Huschen, Hüpfen, Tänzeln, eine Vereinigung der verschiedenen Gangarten, in denen die unverständigen Creaturen, die Mitbewohner des Zimmers, sich über die Dielen bewegten.

»Gott zum Gruß, Herr von Seidlitz,« rief Sidonie, indem sie auf ihn zutänzelte und ihm ihre Hand entgegenstreckte, nicht ohne damit in der Seele des Junkers die bedenkliche Erinnerung an den ersten freundschaftlichen Gruß wieder wachzurufen, der ihm hier in diesen Räumen zu Theil geworden war. »Und wie Sie groß und stattlich geworden sind. Ach wir 9 haben Sie schon so lange erwartet! Es war Zeit, die höchste Zeit, daß Sie einmal nach Isabellchen sich umsehn kamen!«

»Es ist lange Jahre her, daß ich nicht nach Breslau gekommen bin.«

»Um so schlimmer – gar keine Sehnsucht nach dem kleinen Bräutchen aus den Jahren Ihrer Kindheit? Ach Sie werden sie sehr verändert finden! Isabella ist jetzt so schlank und schön, von so gebietender Gestalt, die Kinder auf der Straße bleiben stehen, wenn sie vorübergeht und sehen ihr bewundernd nach. Eine gesunde Luft hier im Domviertel – Alles gedeiht und conservirt sich.«

Arthur zeigte sein feines Verständniß der letzten Anspielung durch eine leichte Verneigung. »Doch wo ist Isabella jetzt?«

»Ei, ei, so ungeduldig? – Still, Papchen, still, man hört ja sein eigenes Wort nicht. Bei dem Namen Isabella glaubt er seinen brasilianischen Tusch losschmettern zu müssen, o er ist klug und anhänglich! – Isabella ist ein frommes Mädchen, o sie ist sehr fromm geworden! Immer beten und beichten, das ist ihr tägliches Brot!«

Sidonie wurde im Lobe ihrer Nichte abermals unterbrochen. Tulifäntchen, der Mops, der heute besonders kriegslustig war, verrieth durch ein heiseres 10 Bellen die Absicht, die zwei Kätzchen, die sich neben einer nickenden Pagode und einem Service von Sèvresporcellan auf einem Nipptische gelagert, durch einen kühnen Angriff aus ihren zerbrechlichen Verschanzungen zu vertreiben. Mimi und Lieschen waren zwar sehr entartete Abkömmlinge von der Race des bengalischen Tigers und so verzärtelt, daß sie es liebten, den ganzen Tag sich hinter dem warmen Ofen zu putzen. Doch erwachte in diesem Augenblick etwas von dem Feuer des Königs der Wildniß in ihnen oder sie hielten es für nöthig, wenigstens damit zu kokettiren: sie krümmten ihren Rücken in jener bedrohlichen Weise, in welcher die Riesenkatze sich zu ihrem tödtlichen Sprunge rüstet. Sidonie erkannte die Gefahr, die ihren Nippsachen drohte und war besonders um den freundlich nickenden Chinesen besorgt, mit dem sie sich in müssigen Stunden so gern unterhielt; denn auch in den längsten Geschichten unterbrach er sie nicht und war viel eher zu einem Ja! bereit, als andere Männer, deren Bekanntschaft sie leider! in früheren Zeiten gemacht hatte. Sie suchte daher noch vor dem beginnenden Kampf einen Waffenstillstand zwischen den kampflustigen Parteien zu vermitteln. Tulifäntchen zwar ließ sich nicht stören; er bellte fort mit einer hartnäckigen Verdrießlichkeit, welche sich bei Möpsen nur aus einer leichten 11 Erkältung erklären läßt. Doch Mimi wurde beschwichtigt, zog ihren gekrümmten Rücken ein, streckte sich lang und ergriff vor der Strafrede ihrer Herrin die Flucht – nicht ohne dabei eine schöne Sèvrestasse vom Tisch hinunterzustoßen, daß sie in Scherben brach.

Die verschiedenen Gemüthsaufregungen, welche dies Zwischenspiel mit sich brachte, setzten Arthurs Geduld auf eine lange Probe. Endlich hatte sich Sidonie wieder gefaßt und fuhr, nachdem sie sich mit einem chinesischen Fächer Kühlung zugeweht und den langen Waldmenschen gestreichelt hatte, der artig zu ihren Füßen kauerte, in ihren Mittheilungen fort: »O die Herren Canonici sind von Isabellchen ganz entzückt und der Pater Maurus von der Gesellschaft Jesu, drüben von der Burg, besucht uns hier oft in unserer Einsamkeit und weiht unsere liebe Nichte in die Geheimnisse des Glaubens ein. Ein sehr artiger und feiner Mann, der Herr Pater – ein schöngeschnittenes Gesicht, wie auf einer Gemme solch ein alter römischer Kaiser, ein Nero und Constantin, mit dem Lorberkranz!«

»Doch kann ich Isabella nicht sehen, nicht sprechen?«

»Ei, ei, diese Unruhe, diese Hast – doch ich kenne das! Nun, so übermäßig eilig haben Sie's bisher nicht gehabt – können sich schon noch einige Zeit gedulden, Isabellchen ist drüben im Dom und betet! 12 Doch sie kehrt gewiß bald zurück. Inzwischen wollen wir zu meiner Schwester Ursula hinübergehen; sie fühlt sich sonst beleidigt und glaubt, daß ich alles Gute und Schöne für mich behalten will. Ach sie ist so reizbar auf ihre alten Tage; sie verträgt keinen Lärm. Nie betritt sie meine Zimmer; sie sind ihr ein Sodom und Gomorrha wegen der armen Geschöpfe, ohne die ich nicht existiren kann. Ich brauche etwas Leben um mich – sonst wird man ja eine Salzsäule. Kommen Sie, kommen Sie! Die Ursula wird uns schon mit einem bitterbösen Gesicht empfangen!«

Sidonie hüpfte voraus, hatte aber an der Thür große Mühe, die Begleitung abzulehnen, welche der Affe und der Mops ihr mit vieler Entschiedenheit aufdrangen. Durch einen kleinen Saal, der einen freundlichen Blick auf einen noch im Winterschlafe ruhenden Garten vergönnte, traten sie in ein düsteres nur von einer Lampe erhelltes Gemach, das nur durch einen Vorhang von Ursulas Boudoir getrennt war.

Als Ursula sich langsam und feierlich von ihrem Lehnstuhl erhob, hatte Arthur Muße genug, den Gegensatz zwischen den beiden Schwestern zu beobachten. Ursula, die jüngere, hatte ein viel älteres Aussehen, wachsbleiche Züge, welche an das, in einer Nische stehende lebensgroße Wachsbild ihrer heiligen 13 Namensverwandten erinnerten. Die Falten um ihren Mund zogen sich meistens zu einem unfreundlichen Ausdruck zusammen und wenn sie lächelte, es war das sauersüße Lächeln der triumphirenden Jungfräulichkeit, welche alle Anfechtungen überwunden hat und der Welt sagen will, wie glücklich sie ist! Ihre Bewegungen hatten etwas steif Gemessenes und schienen sich die Vorgänge am Hochaltar zum Muster genommen zu haben. Das düstere Zimmer war nur mit Heiligen- und Legendenbildern geschmückt. Wächserne Darstellungen aus der Passions-Geschichte sah man unter Glaskasten stehen, und in einem Winkel bemerkte man ein Skelett, das dem Zimmer eines Anatomen alle Ehre gemacht hätte und gewiß durch Vermittelung des Paters Maurus von einem lehrenden Collegen der Leopoldina der Besitzerin zu frommen Zwecken überlassen war.

»Der Himmel beschütze Sie, Arthur,« rief Ursula mit würdevoller Begrüßung und reichte dem Gaste die Hand zum Kusse dar. »Wir haben uns lange nicht gesehen – erscheinen Sie als ein Friedensbote?«

»Wenn Sie den Proceß meinen, der zwischen unsern Familien, trotz der nahen Verwandtschaft schon seit Jahren schwebt, so bringe ich freilich keine Entscheidung. Doch eine Frage des Rechtes berührt die 14 innere Gesinnung nicht; alte Freundschaft sollte nicht darunter leiden!«

»Doch Ihr Vater verfolgt sein Recht mit einer Hartnäckigkeit, mit einer Feindseligkeit« – rief Ursula, indem sich ihre bleichen Züge rötheten, und sie sich im Lehnstuhl halb erhob, nicht unähnlich einer Truthenne mit sträubendem Gefieder.

»Lassen wir das jetzt,« warf Sidonie begütigend dazwischen.

»Sie thun meinem Vater Unrecht,« entgegnete Arthur, »er ist gern bereit zu einer versöhnlichen Beilegung des langen Streites. Doch auch die Ihrigen haben nichts gespart, den Streit zu einem erbitterten zu machen.«

»Wir haben das Recht auf unserer Seite,« rief jetzt Ursula mit scharfer Betonung. »Das Testament des alten Reichenbach ist unanfechtbar!«

»Halt ein, Schwester,« rief Sidonie, während Arthur Miene machte das Zimmer zu verlassen.

»Hier bei der heiligen Ursula« –

»Und den elftausend Jungfrauen dazu,« brummte Arthur verdrießlich. »Das Oberamtsgericht wird schon entscheiden –«

»Doch mein Vater ist über dem ganzen Handel ein gebückter Greis geworden und hat alle seine Frische und Rüstigkeit verloren. Der Proceß nagt an seiner 15 Seele. Daß ich hierherkam und die Schwelle Ihres Hauses wiederbetrat, daß dies mit seiner Zustimmung, ja nach seinem Wunsche geschah, ist wohl die beste Bürgschaft für unseren versöhnlichen Sinn. Ich hoffte daher, mit keinen unliebsamen Erörterungen empfangen zu werden.«

»Nein, nein, Herzensneffe,« rief Sidonie, indem eine Thräne ihren kleinen, runden Augen entrollte. Dabei drückte sie Arthur herzlich die Hand und tänzelte dann zu ihrer Schwester, die sich mit funkelnden Blicken aufrichtete und weit davon entfernt schien, die Waffen strecken zu wollen. Ihr ganzer Zorn entlud sich nun auf Sidonie, die vergeblich sie zu beschwichtigen suchte: »Ja, ich weiß, Du hast schon immer die Partei der Seidlitz genommen. Natürlich, der Herr Papa hat Dir vor Zeiten einmal sehr wohl gefallen, und das vergißt sich nicht. Ein Rest von der alten Weltlust ist immer in Deinem Herzen geblieben! Darum liebst Du den Lärm dieser Möpse und Affen, dies ganze unheilige Concert, das unser Hauswesen vergiftet, unseren Frieden stört, alle diese Geschöpfe, die sich nicht erlösen lassen, und wenn Gottes Sohn auch noch einmal auf die Erde niederstiege! Ich aber sage Dir, und der Pater Maurus sagt es auch, wir sind bei dieser Frage in unserem guten Rechte; die ganze Facultät sagt es, das 16 Testament ist gültig, uns kommen die Güter zu, und wer sie uns streitig machen will –«

In diesem Augenblicke wurde die Hausklingel kräftig gezogen, Sidonie flog an's Fenster und erblickte Isabella. Ursula schwieg plötzlich still, zur größten Verwunderung der eigenen Schwester, die nicht daran gewöhnt war, den Redestrom derselben so plötzlich gedämmt zu sehen. Doch die Gedanken Arthurs und der Tanten begegneten sich hier auf einem und demselben Wege, auf dem allein die Versöhnung kommen konnte. 17

 


 


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