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Neuntes Kapitel


Betrachtungen über den großen fernen Westen und seine Gebräuche. – Alte Bekanntschaft. – Gang und Wirkungen der Zivilisation. – Der Verfasser sucht den »fernen Westen.« – Zusammentreffen mit dem Frei-Träpper Baptiste.


Wer in einem solchen Lande ist, wie ich gegenwärtig, der hat keine Muße zum Schreiben und kaum Zeit genug zum Moralisieren. Alles, was er tun kann, ist, seinen Skalp zu bewachen und sich nach Lebensmitteln umzusehen. Aber die flüchtigen Vorfälle des wilden Lebens geben schnelle und unauslöschliche Eindrücke der lebhaftesten Art, und wer sie sich wieder zu vergegenwärtigen vermag, dem bieten sie ein reiches Material für seine Feder dar. Wer für solche Eindrücke empfänglich ist, kann eine Menge von Vorfällen sammeln, die sich leicht beschreiben lassen – er braucht nur das Gemälde einer Welt zu entwerfen, die von allem, was man bisher gesehen und geschildert, gänzlich verschieden ist; mit ihren Tausenden von (englischen) Meilen, mit ihren Tausenden und Abertausenden von rasenbewachsenen Hügeln und Tälern, wo das tiefste Schweigen herrscht und wo der zu Betrachtungen geneigte Geist seinem Schöpfer näher zu sein glaubt. Hat wohl irgend jemand einen der grünen Hügel des Missouri erstiegen, von dessen Gipfel der Blick über die endlosen grasbedeckten Hügel und Täler schweift, wo das Schweigen des Todes herrscht und nicht einmal die Stimme eines Vogels oder eines Heimchens gehört wird – ohne von dem Gefühl einer sanften Melancholie befallen zu werden, die seine Gedanken von allem, was unter und neben ihm war, abzog!

Man hat nur ein weites Land voll grüner Felder zu schildern, wo die Menschen alle rot sind – wo Fleisch das Hauptnahrungsmittel bildet – wo es keine Gesetze gibt, als die der Ehre – wo an die Stelle der Eichen und Nadelhölzer der Baumwollenbaum und der Pekkan treten – wo die Büffel, das Elen, das Bergschaf und die windschnelle Antilope herumschweifen – wo Elstern und plaudernde Papageien statt des Rotkehlchens und der Bachstelze erscheinen – wo die Wölfe weiß und die Bären grau – wo Fasanen die Hühner der Prärien sind und die Frösche Hörner haben – wo die Flüsse gelb sind und zivilisierte Menschen das Aussehen von Wilden erhalten. In diesem ganzen wunderbaren Lande sind alle Hunde Wölfe – alle Frauen Sklavinnen – alle Männer Gebieter. Von alten Bekannten erkennt man in diesem Lande der wunderlichsten Metamorphosen nur die Sonne und die Ratten wieder; jene sendet überall ihre wohlbekannten Strahlen herab und Monsieur Ratapon wurde als ein alter Bekannter begrüßt, den ich mit Freuden wiedersah, obgleich auch er etwas wilder aussah.

Wenn man diese unermeßlichen Regionen des klassischen Westens durchreist, so wird der Menschenfreund zur Bewunderung hingerissen; aber um dorthin zu gelangen, ist man genötigt, aus dem Licht und Glanz der zivilisierten Atmosphäre hinabzusteigen zu den verschiedenen Graden der Zivilisation, die allmählich in den beklagenswertesten Zustand längs der äußersten Grenze übergehen und den höchsten Grad des Elends und der Verworfenheit unter den herabgewürdigten Wilden erreichen, wo der Genius der natürlichen Freiheit und Unabhängigkeit durch die Laster und Ausschweifungen, die der unmoralische Teil der zivilisierten Gesellschaft dort eingeführt hat, vernichtet worden ist. Durch dieses dunkle Tal der Verworfenheit eilt man schnell wie durch eine Pestatmosphäre hindurch, bis man endlich die stolze und ritterliche Gesellschaft der Wilden in ihrem ursprünglichen Naturzustande erreicht, außerhalb des Bereichs der zivilisierten Verdorbenheit. Hier findet man vieles, was Enthusiasmus und Bewunderung erregt. Zwar findet man auch hier häufig die vorherrschenden Leidenschaften in des Wilden Brust: Rohheit und Grausamkeit, aber gezügelt und zuweilen unterdrückt durch die edelsten Züge von Ehrgefühl und Hochherzigkeit. Es ist dies ein Menschenschlag, der sich des Lebens und seiner Genüsse erfreut und die Tugenden übt, die die Welt, die nur nach den elenden, herabgewürdigten Individuen an der Grenze urteilt, nicht zu würdigen vermag. Von der ersten Ansiedlung an der atlantischen Küste bis auf den heutigen Tag ist das Gift dieser verpesteten Grenze von dem nördlichen bis zum südlichen Ende unseres Landes unter sie eingedrungen und hat, gleich dem Feuer der Prärie, das alles auf seinem Wege zerstört, alle hinweggerafft und bis auf die Namen der Vergessenheit übergeben. Auf diese verderbte Klasse allein läßt sich die Bezeichnung »arme, nackte, betrunkene Wilde« mit Recht anwenden; denn alle Stämme, die ich besuchte und die noch unbekannt sind mit den Lastern der zivilisierten Welt, sind gut und in vielen Fällen sauber gekleidet und erfreuen sich des Lebens und seiner Genüsse. Für den Charakter und die Erhaltung dieser edlen Menschen bin ich voll Enthusiasmus und diesem unverdorbenen Volke widme ich gern alle meine Kräfte. Es ist betrübend, daß alle die zahlreichen Stämme, die unsere atlantischen Staaten bewohnten, nicht nach »Westen« geflohen sind – daß man sie hier nicht findet – daß sie von dem Feuer, das über sie hinfuhr, vernichtet worden, daß sie ins Grab gesunken sind und nichts als ihr Name übrig geblieben ist.

Der unterscheidende Charakter aller westlichen Indianer, sowie ihre Überlieferungen in bezug auf ihre ehemaligen Wohnsitze setzen es außer allem Zweifel, daß sie seit sehr langer Zeit den Boden bewohnen, den sie jetzt inne haben, und sie unterscheiden sich in den meisten Beziehungen von den Nationen, die früher die atlantische Küste bewohnten und die, nach der irrtümlichen Meinung vieler, nach Westen geflohen sind.

Für dies gutmütige und harmlose, von den Lastern der zivilisierten Gesellschaft noch unberührte Volk erkläre ich hier laut, daß die Ehre unseres Landes – die Ehre jedes Bürgers der Republik – die Sache der Humanität es erfordern, daß unsere Regierung endlich kräftig einschreite, damit der Überrest vor der Pest bewahrt bleibe, die schnell auf sie eindringt. Wir haben genug von ihrem Gebiete erhalten und das Land, das sie jetzt bewohnen, ist meistenteils zu sehr von Holz entblößt, als daß es dem zivilisierten Menschen von Nutzen sein könnte; ihnen bietet es dagegen die Mittel und Genüsse des wilden Lebens dar und es steht zu hoffen, daß unsere Regierung nicht länger die absichtliche Ausrottung dieses glücklichen Volkes dulden wird.

Das Herz wollte mir oft zerspringen, wenn ich Zeuge ihrer unschuldigen Vergnügungen war und dabei an das Verderben dachte, das sich mit schnellen Schritten ihnen naht, wenn nicht die Regierung, die allein sie vor dem Untergange zu retten vermag, den schützenden Arm erhebt.

Welchen Grad von Glückseligkeit diese Naturmenschen auf ihre eigene Weise erlangen können, oder in welchem Verhältnisse sie, im Vergleich zu der Summe der Glückseligkeit der zivilisierten Gesellschaft, die Genüsse des Lebens genießen mögen, ist lange ein Gegenstand vieler Zweifel gewesen und ich will es nicht unternehmen, diese jetzt zu entscheiden. Wenn indes der Durst nach Kenntnissen seit Erschaffung der Welt ewigdauerndes Elend über die Menschen gebracht hat; wenn mit der Vermehrung unserer geistigen Genüsse auch die Sorgen und Mühen in demselben Verhältnis zugenommen haben, so sehe ich nicht ein, was wir in dieser Beziehung vor ihnen voraus haben. Und wenn ich nach dem vollen Ausdruck der Freude auf ihren glücklichen Gesichtern urteilen darf, so bin ich der Meinung, daß ihr Leben weit glücklicher ist, als das unsrige, wenn nämlich das Wort »Glück« sich auf diejenigen anwenden läßt, denen das Licht der christlichen Religion noch nicht geleuchtet hat. Ich habe lange mit kritischem Auge die Gesichter dieser Söhne des Waldes betrachtet, die nie von Sorgen gefurcht wurden, auf die das Elend nie seinen Stempel gedrückt hat. Ich habe den kühnen, unerschrockenen Gang, das stolze, aber würdevolle Benehmen dieser Naturmenschen beobachtet, die in ihrer ungebundenen Freiheit, noch unberührt durch feile Vergnügungen, sich nur den Gesetzen und der Macht Gottes unterwerfen. Da sie alle gemeinschaftliche Besitzer des Bodens sind, so sind sie alle reich und keines von den Hindernissen einer verhältnismäßigen Armut kann ihre gerechten Ansprüche auf Ruhm unterdrücken. Wer kann, frage ich, ohne Bewunderung eine Gesellschaft betrachten, wo Friede und Einigkeit herrscht – wo die Tugend gepflegt – das Recht geschützt, das Unrecht bestraft wird – und zwar ohne andere Gesetze, als die der Ehre, die die höchsten Gesetze ihres Landes sind.

Da dies Volk keine Gesetze hat, so liegt das souveräne Recht der summarischen Vergeltung in der Brust des Beleidigten oder seiner Freunde, und die Gewißheit einer grausamen Rache von der Hand eines dazu berechtigten Wilden ist unendlich mehr zu fürchten, als die langsame und ungewisse Vergeltung des Gesetzes.

Man wird mich einen Enthusiasten nennen; das mag sein, denn ich leugne es nicht. Es ist von jeher meine vorherrschende Leidenschaft gewesen, die wildesten Gegenden in der Natur aufzusuchen und meine Hand dem Naturmenschen zu reichen. Die Erzählungen von diesen und das Aufsuchen jener füllten die ersten Seiten meiner jugendlichen Eindrücke.

Die traurige Geschichte meines heimatlichen »Tales« (Wyoming) ist schön besungen worden und bei dem Entfliehen von Gertrudens Seele folgte meine jugendliche Einbildungskraft dem Wilden in seine entfernten Schlupfwinkel und ich betrachtete ihn mit großer Furcht, die allmählich in Mitleid und endlich in Bewunderung überging.

Eine Reise von 800-900 deutschen Meilen von der atlantischen Küste, wobei man allmählich von dem Mittelpunkt der zivilisierten Gesellschaft bis zu der äußersten Wildheit der ursprünglichen Werke der Natur gelangt, und wieder zurück, bietet Stoff zu mancher interessanten Erzählung; und wer sich nur an den Werken der Natur erfreut, hat auf einer solchen Reise einen weit höheren Genuß als den, der aus den selbstsüchtigen Erwartungen pekuniärer Vorteile entspringt.

Trotz allem, was bis jetzt geschrieben und erzählt worden ist, gibt es kaum irgendeinen Gegenstand, der den gelehrten Leuten im Osten weniger bekannt ist als der Charakter und die Vergnügungen des Westens, d. h. ich meine den »Fernen Westen« ( the Far West) – das Land, dessen Bezauberung einen für die zivilisierte Welt so gefährlichen Reiz hat. Nur wenige Personen kennen die wahre Bedeutung des Wortes »Westen«; und wo ist er zu finden? – Gleich einem Phantom flieht er vor uns, je weiter wir reisen und je weiter wir uns dem Sonnenuntergange nähern.

Zu Anfang meiner Reise glaubten mehrere meiner Reisegefährten aus New York, schon eine ungeheure Strecke im Westen vorgedrungen zu sein, als wir uns bei den Niagara-Fällen befanden und eilten wieder nach Hause, um ihre Freunde mit einer Schilderung der Szenen des Westens zu unterhalten. In Buffalo landete ein Dampfboot mit 400 Reisenden, das zwölf Tage unterwegs gewesen war – »Woher?« »Vom ›Westen‹«. In dem reichen Staate Ohio haben Hunderte ihre Besitzungen verkauft und gehen – »nach dem Westen«. In der schönen Stadt Cincinnati sagte man mir: »Die Tage des schnellen Aufblühens für unsere Stadt sind vorüber, sie liegt nicht weit genug gegen Westen.« In St. Louis, 300 deutsche Meilen westlich von New York, versicherte meine Wirtin, ich würde mit ihren Tischgenossen zufrieden sein, denn sie wären fast sämtlich Kaufleute aus dem »Westen«. Ich fragte: »Woher kommen die mit Schweinefleisch, Honig, Häuten usw. beladenen Dampfboote?«

»Aus dem Westen.«

»Und die schweren Silberbarren, die diese Leute seit mehreren Stunden an Bord dieses Bootes bringen?«

»Sie kommen von Santa Fé, aus dem Westen.«

»Wohin geht dies so reich mit trockenen Waren, Dampfmaschinen usw. beladene Dampfschiff?«

»Nach Jefferson City.«

»Jefferson City? wo ist das?«

»Weit im Westen.«

»Und wohin geht jenes schwerbeladene Dampfboot, der ›Yellow Stone‹?«

»Es geht noch weiter westlich.« – »Dann,« sagte ich, »will ich nach dem Westen gehen.« Und ich ging an Bord des »Yellow Stone«.

... Nachdem wir über 400 deutsche Meilen zurückgelegt hatten, waren wir an der Mündung des Yellow-Stone-Flusses – im Westen. Wie? Fakturen, Frachtbriefe usw., eine ganze Niederlassung weit im Westen! »Und diese sonderbar aussehenden, langhaarigen Leute, die eben angekommen sind und die Ereignisse ihrer langen und mühseligen Reise erzählen, wer sind sie?«

»O, das sind einige unserer Kaufleute, die soeben aus dem Westen kommen.«

»Und jenes Kielboot, jenes Makinah-Boot, Kielboote sind bedeckte Schaluppen, wie die ehemaligen Rhein-Diligencen von Mainz nach Köln; sie fassen fünfzig bis sechzig Mann und führen Mast und Segel. Am Hinterteile befindet sich eine Kajüte, in der Mitte ist der lange Raum für die Waren und vorn für die Leute. Mit solchen Fahrzeugen betrieb man allein das Pelzgeschäft auf dem Missouri, bevor man Dampfschiffe gebrauchte. Kleinere Fahrten macht man noch jetzt mit unbedeckten oder sogenannten Mackinah-Booten, besonders auf den seichteren Nebenflüssen des Missouri und in dessen oberen Gegenden. Hat man für die Kielboote nicht zufällig Segelwind, so werden sie von einem Teile der Mannschaft an einer langen Leine aufwärts gezogen. – Prinz von Neu-Wied, Reise durch Amerika. Teil I. Seite 270. Anm und jene ansehnliche Karawane, sämtlich reich mit Waren beladen?«

»Die, mein Herr, sind ausgerüstet, um nach dem Westen zu gehen.«

»Nach Westen, wie? Dann will ich es noch einmal versuchen und sehen, ob ich nach Westen gehen kann ...«

»... Wie, auch hier ein Fort?«

» Oui, Monsieur, – Oui, Monsieur,« rief ein verwegen und halbwild aussehender Bursche, der, seinen Gefährten voraus, auf seinem wilden Pferde zu mir heransprengte.

»Wie weit seid Ihr hier westlich vom Yellow-Stone-Flusse, mein guter Freund?«

» Comment?«

»Wie weit?« – (Pause) – » quel distance?«

» Pardon, Monsieur, je ne sais pas, Monsieur.«

» Ne parlez vous l'anglais?«

» Non, Monsieur, ich sprechen französisch und amerikanisch; mais je ne parle pas l'anglais.«

»Gut, mein Lieber, ich werde englisch sprechen und Ihr amerikanisch.«

» Pardon, pardon, Monsieur.«

»Gut, dann wollen wir beide amerikanisch sprechen.«

»Sehr gut, Herr, je suis content, pour denn ich sehen, daß Ihr sprechen ziemlich gut americain.«

»Wie heißt Ihr?«

» Baptiste, Monsieur.«

»Wer sind die so prächtig gekleideten Indianer mit so schönen Pferden, die dort drüben auf der Ebene lagern?«

» Ils sont Corbeaux.«

»Krähen-Indianer, wie?«

»Ja, mein Herr, Monsieur.«

»Wir sind also im Lande der Krähen-Indianer?«

» Non, Monsieur, non ganz genau; wir sein in die Land der verdammten Pieds noirs

»Schwarzfüße, wie?«

» Oui

»Was für blaue Berge sind das, die wir da drüben sehen?«

» Ha, quel montaigne? Cela est la montaigne du ... pardon

» Des rochers, nicht wahr?«

» Oui, Monsieur, die Rock montaigne

»Ihr lebt wohl hier?"

» Non, Monsieur, ich kommen weit aus die Westen.«

»Wie, aus dem Westen? Wo, beim Himmel, ist das?«

»Wie, zum Teufel, die Westen? Nun, Ihr werdet sehen, Monsieur, er sein sehr weit weg, ich glaube. Monsieur Pierre Chouteau kann Euch geben die histoire de ma vie – il bien sait, que je prends les castors sehr weit in die Westen.«

»Gut, Baptiste, ich will für jetzt wieder umkehren und es später versuchen, nach dem »Westen« zu gehen. Aber Ihr sagt, Ihr handelt mit den Indianern und fangt Biber; Ihr seid wohl im Dienste der amerikanischen Pelz-Compagnie!«

»Non, Monsieur, non ganz; ich bin ein Freitrapper, Monsieur, frei.«

»Freitrapper, was ist das? Ich verstehe Euch nicht, Baptiste.«

»Nun, Monsieur, ich glauben, das sein leicht pour verstehen – Ihr sollen alles wissen. Zuerst, ich bin auf drei Jahre bei der Pelz-Compagnie in St. Louis eingeschrieben – für Prämie, achtzig Dollars, versteht Ihr mich? Dann ich gehen für Lohn und ich bin gekommen den Missouri herauf, und ich fangen Biber viel für sechs Jahre, seht Ihr, bis ich gelernt habe sehr viel; und dann seht Ihr, Monsieur M'Kenzie gibt mir drei Pferde – eins pour reiten und zwei pour packen (mais, er nicht kaufen, er nicht geben, er leihen) und er leihen mir zwölf Fallen, und ich habe gemacht Reisen in die Rock montaigne und ich leben ganz allein an die Flüsse, pour prendre les castors, zuweilen sechs Monate, zuweilen fünf Monate, und ich kommen zurück nach Yellow-Stone und Monsieur M'Kenzie geben mir kute Preise pour alles.«

»Herr M'Kenzie rüstet Euch also aus und kauft Euch die Biber für einen gewissen Preis ab?«

»Oui, Monsieur, oui.«

»Wieviel gibt er Euch für Eure Biber, Baptiste?«

»Ha! einen Dollar pour einen Biber.«

»Einen Dollar für das Fell, wie?«

»Oui.«

»Nun, Ihr müßt ein mühseliges und gefährliches Leben führen. Könnt Ihr etwas dabei verdienen?«

»O ja, Monsieur, ziemlich kut, mais wenn nicht wären die Schurken von Riccari und die verdammten Pieds noirs, die Schwarzfuß-Indianer, ich würden verdienen sehr viel Geld, mais, sacré, ich bin beraubt – beraubt zu viel!«

»Wie, rauben Euch die Schwarzfüße Euer Pelzwerk?«

»Oui, Monsieur, geraubt fünf Mal! Ich bin Freitrapper sieben Jahre und bin fünf Mal beraubt – ich haben nichts behalten – er haben genommen alles – er haben genommen alle Pferde – er nehmen meine Flinte – alle meine Kleider – meine Biber – und ich kommen zurück zu Fuß. In die Fort die Kleider kosten viel Geld und Branntwein sechzehn Dollar die Gallon; so seht Ihr, bin ich schuldig die Pelz-Compagnie 600 Dollars!«

»Und das nennt Ihr ein Freitrapper sein, Baptiste?«

»Oui, Monsieur, Freitrapper, frei!«

»Ihr geht wohl nach dem Yellow-Stone und habt wahrscheinlich eine Trapper-Exkursion gemacht?«

»Oui, Monsieur, c'est vrai.«

»Seid Ihr diesmal beraubt worden, Baptiste?«

»Oui, Monsieur, von die verdammten Pieds noirs – ich haben viel verloren, alles – sehr alles. – Eh bien – pour le dernier – c'est la dernière fois, Monsieur. Ich gehen nach die Yel-Stone – ich gehen den Missouri hinunter, ich gehen nach St. Louis.«

»Nun, Baptiste, ich werde mich in diesem Teile der Welt noch einige Wochen länger aufhalten und dann von der Mündung des Yellow-Stone-Flusses den Missouri hinunter nach St. Louis gehen. Ich wünschte sehr einen Menschen wie Ihr seid auf der Reise mitzunehmen; ich will Euch gut besolden und alle Eure Ausgaben bezahlen, was sagt Ihr dazu?«

»Avec tout mon coeur, Monsieur, remercie, remercie.«

»Das ist also abgemacht, ich sehe Euch an der Mündung des Yellow-Stone.«

»Oui, Monsieur, an die Yel-Stone, bon soir, bon soir, Monsieur.«

»Aber, wartet doch, Baptiste! Ihr sagtet, es wären Krähen-Indianer, die dort lagern?«

»Oui, Monsieur, oui, des Corbeaux.«

»Ihr seid wohl ihr Dolmetscher?«

»Non, Monsieur.«

»Aber Ihr sprecht ihre Sprache?«

»Oui, Monsieur.«

»Nun, so kehrt um, ich will sie besuchen und Ihr könnt mir einen Dienst leisten.«

»Bien, Monsieur, allons!«


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