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Das Blümchen

(Romanze)

1.

Es stand ein holdes Blümchen
Im warmen Sonnenschein,
Mit Blättern weich, von Seide,
Und Blüten wunderfein!

Ich nahm es wonneschauernd
Und küßte es vor Glück, –
Doch schob es mich bedauernd
Drei Schritte weit – zurück!

Als ich's nun wollte brechen,
Da tat es laut den Schrei:
»Gehst weg! I wer di stechen!
Zu Hilfe!! – Polizei!!!«

2.

Das wundervolle Blümchen,
Es steht noch immer dort; –
Die Blätter sind vertrocknet,
Der Blütenzauber fort!

Und geh' ich heut' vorüber,
Dann haucht es zärtlich: »Ei,
Pflück' mich doch jetzt, mein Lieber,
Ich hab' noch mancherlei!

Neu blüht am Weg der Flieder, – –
Nimm mich mit dir ins Heu – –
Und küsse mich dort wieder
Wie einst, so süß, im Mai!«

Jetzt preßt sie mich ans Mieder, –
Ich denk': Vorbei! – Vorbei!
Und schrei entsetzt: »Nie wieder!
Zu Hilfe!! – Polizei!!!!«

Buchschmuck


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