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Ich möchte gern

Sie:

Ich möchte gern, daß du mich liebest,
Ich möchte gern, daß du mich küßt,
Ich möchte gern, daß du mich führest
Dorthin, wo – es am schönsten ist!
Ich möchte gern, daß du zerfließest
An meiner Brust, voll Seligkeit
Und daß du was in mich ergießest,
Wonach die Sehnsucht in mir schreit!
Ich möchte gern, daß Mutter niemals
Etwas davon erfährt und sieht,
Ich möchte gern, daß mir das Liebste,
Wonach ein Weib begehrt, geschieht!
Ich möchte gern dir heut' mein Zimmer
Leis' öffnen, Liebster, über Nacht, –
Ich möchte gern, daß du mir, Schlimmer,
Das Glück bringst, das – so selig macht!

Er:

Ich möchte gern, du wärest – jünger
Und etwas schlanker von Gestalt;
Ich möchte gern, du wärst geringer
Mit dem Karminstift übermalt!
Ich möchte gern, daß deiner Wellung
Ein wenig Abbruch bald geschieht,
Dir einen Teil der Busenschwellung
Die Karlsbader Kur entzieht!
Ich möchte gern, du wärest hager,
So mager wie ein Sesselbein,
Sonst drückt dein Schwergewicht mein Lager
Beim ersten Liebeswalzer ein!
Ich möchte gern, du läßt die Liebe
Und gibst mir Armen freien Lauf; –
Ersticke deine Sehnsuchtstriebe,
Geliebte, oder – häng' dich auf!

Buchschmuck


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