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Die Kammerkatz

Ein holdes Mädchen mit rotem Mund
Und blitzhellen Augen vor mir stund!
Das trug zwei Zöpfe, schwarz wie die Nacht,
Zwei Brüstchen voll Blüte und wonniger Pracht!
Ich lud sie zu mir in das Kämmerlein,
Sie kam wie der flutende Sonnenschein!
Rasch schloß ich die Tür und sprach: »Kleine Maus,
Jetzt such' einen Ritz, du kommst nicht mehr aus!
Du bist wie das Märchen der tausendsten Nacht,
So süß wie das Klärchen, das Egmont gelacht!
Selbst Trojas Helene, sie war nicht so schön
Wie du; – komm, lass' uns jetzt – schlafen gehn!«
Da aber – riß sich das Mädchen rasch los
Und rief bloß: »Jo, – i pfeif' d'r wos!!«

Buchschmuck


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