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2. Am Elbbrunnen

Sei freundlich mir gegrüßt, Du stille Quelle,
Aus tiefer Felsenkluft so klar entsprungen;
Der Liebe süßes Lied sei Dir gesungen,
Begeistert tön' es an der heil'gen Stelle.

Du bist so kühlend, bist so rein, so helle;
Noch ist Dir nicht Dein kühnster Sturz gelungen,
Doch hast Du bald der Felsen Macht bezwungen;
Dann rauscht in breiten Strömen Deine Welle.

Jetzt fülle hell mir die krystallne Schale:
In Träumen kommt die Knabenwelt gezogen,
Ihr bring' ich froh den ersten Labetrunk.

Denn, ach, schon früh saß ich in Deinem Thale
Und lauschte oft dem Murmeln Deiner Wogen,
Und still ergreift mich jetzt Erinnerung.


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