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Friedensreigen

                        Mit Gesang und Tanz sei gefeiert,
O du Tag und, o Nacht, auch du!
Denn er kömmt, der Fried, und erneuert
Die Gefild uns mit Heil und Ruh!
Von der Grenze kehrt, wer gestritten,
Mit der Eichen Laub in die Hütten!
    Oh, wie eilt ihr Gang
    In der Trommeln Klang,
In der Hörner Getön und dem Siegsgesang!

Wer daheim in Angst sich gegrämet,
O hinaus, und begrüßt das Heer
Mit der Lieb Umarmung, und nehmet
Das Gepäck und das Mordgewehr!
Ja er lebt, dein Sohn, du Betrübter!
Ja er lebt, o Braut, dein Geliebter!
    Ja der Vater lebt!
    Wie er segnend strebt
Nach der Kindelein Schwarm und vor Freude bebt!

Sei gegrüßt in heiligen Narben,
Mit Triumph uns gegrüßt, o Held!
Mit Triumph auch grüßt sie, die starben
Für Gemein und Altar im Feld!
Doch verschont, unrühmliche Zähren,
Die geweihte Gruft zu entehren!
    Es belohnt, o Wais,
    Und o Witw und Greis,
Es belohnt die Gemein euch mit Lieb und Preis!

Wie umzog uns schwarz das Gewitter
Der Verschwornen zu Fuß und Roß,
Der Tyrannen Schwarm und der Ritter,
Ein unzählbarer Mietlingstroß!
Doch ein Hauch verweht das Getümmel
Und es strahlt die Sonn an dem Himmel.
    Nun beginnt der Tanz
    In dem Eichenkranz
Um der Freiheit Altar und des Vaterlands!

Nun erhebt euch, frei der Befehdung,
Die Gewerb und das Land zu baun,
Daß erblühn von Fleiß aus Verödung
Der Verbrüderten Berg' und Aun
Dem Gebornen pflanzt und dem Gatten,
Und der Säugling spiel in dem Schatten!
    Kein Bezwinger schwächt
    Uns Gesetz und Recht;
Es gebeut uns kein Herr, es gehorcht kein Knecht.

O du Vaterland der Gemeine,
Die für all und für einen wirbt,
Wo für aller Wohl auch der eine
Mit Entschlossenheit lebt und stirbt!
Wir Vereinten schwören dir wieder,
Zu beharren frei und wie Brüder!
    Ja mit Herz und Hand
    Sei geknüpft das Band
Für Gemein und Altar, o du Vaterland!


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