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An Luther

              Entschwebe wie ein goldner Duft,
Mann Gottes, deiner stillen Gruft
Und schaudre Graun durch ihr Gebein,
Die deine stille Gruft entweihn!

Matt kamst du, Sieger, aus der Schlacht
Mit Priestern in des Wahnes Nacht:
Da labt' an Katharinens Brust
Dich junge Kraft und Heldenlust.

Sie tränkte dich mit Rebentrank;
Und freudig tönte dein Gesang:
Dem Papst und allen Teufeln Spott!
Ein feste Burg ist unser Gott!

Da zischelt nun die Afterbrut:
Weh, Brüder, weh! wir sind sein Blut!
Schleicht rücklings hin zu seiner Ruh
Und deckt des Vaters Blöße zu!

Ihr Männer Deutschlands, kühn und frei
Durch ihn von Pfaffentyrannei!
Ihr laßt mit lästerndem Gestöhn
Die Heuchler Luthers Asche schmähn?

Wer ist, der nicht beim Kraftgesang
Des Weisen auf zu Taten sprang,
Dem nicht die Seele sonnenhoch,
Ein Adler mit dem Adler, flog?

Wem schafft nicht Gottes edler Wein
Aus düsterm Nebel Sonnenschein,
Durchglüht mit Lebensgeist das Blut
Und gibt zur Arbeit Kraft und Mut?

Was labt den Frommen in der Zeit
Mit Ahnung höhrer Seligkeit
Als Mädchenblick und Mädchenkuß,
Des Weibes heiliger Genuß?

Schweig, Gleisner, dich befrag ich nicht!
Dir bleibt dies ewig ein Gedicht,
Wie dem, der Lastern Lieder zollt,
Dem Buhler und dem Trunkenbold!

Doch jeder Christ und gute Mann
Stimmt laut mit dir, o Vater, an:
Wer nicht liebt Weib, Wein und Gesang,
Der bleibt ein Narr sein Lebelang!


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