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Tischlied

        Der Länder Frucht, hier aufgetischt,
Hat unser Herz mit Lust erfrischt
    Und unser Aug erheitert.
Zu Dank, ihr Freunde, ja zu Dank
In guter Tat und Lobgesang
    Werd aller Herz erweitert!

Wer dreht' aus Staub den Erdenball?
Wer hieß die Land' und Inseln all
    Im Wechsellauf sich sonnen?
Wem sind die Samen all umher
In Grund und Höhn, in Teich und Meer
    Aus milder Hand geronnen?

Dort reifet Würz und Palmensaft,
Dort edler Öl und Weine Kraft,
    Dort Obst, Gemüs und Garbe;
Dort preßt man Milch und Honigseim;
Dort trägt man Fisch' und Vögel heim:
    Daß kein Erschaffner darbe.

Und Volk zu Volk mit Brudergruß
Trägt seines Landes Überfluß,
    Sich fremdes Labsal tauschend:
Kamele ziehn durch heißen Sand;
Der Kiel enteilt von Strand zu Strand,
    Durch Sturm und Woge rauschend.

Uns teilte vielfach Gott die Frucht,
Damit wir nicht zu Eigensucht
    Das Menschenherz erniedern.
Wir halten hier gemeinsam Haus
Und helfen gern einander aus,
    Ein großes Volk von Brüdern!

Drum achtet nicht auf Schwarz und Weiß,
Nicht, welches Volks und Stammes Preis
    Im eignen Lied erschalle!
Ein Gott, ein Glaub und ein Geschlecht!
Sei unser Wort und: Menschenrecht
    Für Gottes Menschen alle!


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