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Tafellied für Freimaurer

                Wie hehr im Glase blinket
    Der königliche Wein!
Wie strömt sein Duft! O trinket
    Und laßt uns fröhlich sein!
Doch fälscht ein Rebenhasser
Den Feuertrank mit Wasser:
    Frisch!
Trommelt auf den Tisch!
Alle
      Frisch!
Trommelt auf den Tisch!
Und reicht ihm klares Wasser!

 

Der edle Wein erweitert
    Des edlen Mannes Herz,
Erhellt den Geist und läutert
    Des Wortes Ernst und Scherz.
Will jemand einen Sparren
Zu viel ins Dach uns narren:
    Frisch!
Trommelt auf den Tisch!

Alle
      Frisch!
Trommelt auf den Tisch!
Und laßt ihm seinen Sparren!

 

Es strahlt wie Gottes Sonne
    Die Wahrheit allgemein;
Nicht Kirche, Log' und Tonne
    Des Denkers schließt sie ein.
Wenn etwa Schalk im Dunkeln
Von eigner Wahrheit munkeln:
    Frisch!
Trommelt auf den Tisch!

Alle
      Frisch!
Trommelt auf den Tisch!
Und lacht der Schälk im Dunkeln!

 

Kocht töricht Gold im Tiegel
    Und blast den Diamant,
Raubt Salomonis Siegel,
    Der Geister Graun und bannt!
Doch wird zum Trank der Jugend
Gebraut der Sterne Tugend:
    Frisch!
Trommelt auf den Tisch!

Alle
      Frisch!
Trommelt auf den Tisch!
Nur Wein ist Trank der Jugend!

 

Wer Messe liebt zu plärren
    Am hellen Fronaltar,
Der spiel auch Tempelherren
    In weißem Amtstalar!
Doch trennt man uns vom Bunde
Der feuchten Tafelrunde:
    Frisch!
Trommelt auf den Tisch!

Alle
      Frisch!
Trommelt auf den Tisch!
Und feirt die Tafelrunde!

 

Beim Trunk gehört ein König
    (So war's in alter Zeit!),
Der, trinkt ein Gast zu wenig,
    Ihm dreimaldrei gebeut!
Doch raunt man von Sankt Petern
Und unbekannten Vätern:
    Frisch!
Trommelt auf den Tisch!

Alle
      Frisch!
Trommelt auf den Tisch!
Trotz unbekannten Vätern!

 

Wir zechen gern in Frieden
    Und glauben, was man kann!
Im Osten auch und Süden
    Wohnt mancher Biedermann.
Doch rühmt ein Schalk uns Kloster,
Tonsur und Paternoster:
    Frisch!
Trommelt auf den Tisch!

Alle
      Frisch!
Trommelt auf den Tisch!
Und schickt ihn heim ins Kloster!

 

Auf! Füllt das Glas, ihr Lieben,
    Und trinkt den lieben Wein;
Sei's dreimaldrei, sei's sieben,
    Sei's gern auch dreimalneun!
Doch sperrt ein Schalk den Schnabel
Zu Pfaffentrug und Fabel:
    Frisch!
Trommelt auf den Tisch!

Alle
      Frisch!
Trommelt auf den Tisch!
Und schlagt ihm auf den Schnabel!

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