Emile Gaboriau
Der Strick um den Hals
Emile Gaboriau

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42

Durch seinen Stellvertreter erfuhr am folgenden Morgen, gegen neun Uhr, der Staatsanwalt Herr Daubigeon, was geschehen war und wie Formmängel unabweislich zu einer Aufhebung des Urteils gegen Jacques von Boiscoran führen würden.

Schon kamen die Verteidiger, um die während der Nacht ausgearbeitete Revisionsbegründung zu überreichen. Herr Daubigeon nahm sich nicht die Mühe, seine Genugtuung zu verbergen.

»Da ist's«, rief er, »was unserem werten Daveline ganz einfach die Flügel stutzen wird. Ich habe ihm, mit Horaz, vergeblich das Beispiel des Phaëton angeführt:

›Terret ambustus Phaeton avaras
Spes . . .‹

Er hat mich nicht hören wollen, indem er vergaß, daß die Gewalt ohne Vorsicht eine Gefahr ist:

›Vis consilii expers mole ruit sua . . .‹,

und nun steckt er in einer grausamen Verlegenheit . . .«

Er kleidete sich sofort an, um Herrn Daveline zu besuchen; gegenüber seinem Stellvertreter gab er vor, er wolle die genauen Einzelheiten erfahren, in Wirklichkeit aber wollte er das köstliche Schauspiel genießen, den stolzen Untersuchungsrichter von seinem Unstern erreicht zu sehen. Er fand ihn, wie er blaß vor Wut sich die Haare raufte.

»Ich bin ein entehrter Mensch«, schrie er, »verloren, ruiniert! Um meine Zukunft ist's geschehen. Nie wird man mir diesen Dilettantismus verzeihen.«

Herr Daubigeon machte ein betrübtes Gesicht.

»So ist es also begründet, was man mir sagte«, begann er im Tone erheuchelten Mitleids, »daß diese unglückseligen Formfehler von Ihnen herrühren?«

»Von mir allein! Ich habe Formalitäten vergessen, die ein Student der Rechte im ersten Jahre seines Studiums nicht übersehen würde. Begreifen Sie dies? Und sich sagen zu müssen, daß niemand meine bespiellose Unbesonnenheit bemerkt hat! Weder die Anklagekammer noch die Staatsanwaltschaft, weder der Schwurgerichtspräsident noch sonst jemand hat sie gefunden. Jeder sagt sich: ›Daveline hat die Untersuchung geführt, bei ihm wird alles wie am Schnürchen laufen.‹ Und nun alles umsonst . . . Man möchte mit dem Kopf gegen die Wand rennen!«

»Um so mehr, als gestern die Freisprechung Jacques' von Boiscorans nur an einem Faden hing«, bemerkte Daubigeon.

Daveline knirschte vor Wut mit den Zähnen.

»Ja, an einem Faden«, versetzte er; »und zwar war dies der Fehler des Herrn Domini, dessen Schwäche unbegreiflich ist, die Grundzüge des Prozesses nicht anzusehen und nicht davon Gebrauch machen zu wollen. Es war ebenso der Fehler von Du Lopt de la Gransière, der sich nicht enthalten konnte, die Politik in seine Rede zu mischen. Und auf wen zielte er, wenn ich bitten darf? Auf Magloire, den geschätztesten Mann des ganzen Bezirks und den persönlichen Freund von drei Geschworenen. Ich sah das vorher und habe ihn auf diese Klippe aufmerksam gemacht. Aber er zählt zu den Leuten, die nichts hören wollen! Herr de la Gransière möchte ebenfalls gern Abgeordneter sein, es ist eine Wut, eine Sucht, daß alle Welt Abgeordneter sein will! Der Himmel möge die Ehrgeizigen zerschmettern!«

Zum ersten Male in seinem Leben, und ohne Zweifel auch zum letzten Male, freute sich der Staatsanwalt über das Unglück eines andern. Er machte sich ein Vergnügen daraus, den Dolch in der Wunde des armen Richters herumzudrehen.

»Die Rede des Herrn Folgat war etwas wert«, sagte so Herr Daubigeon.

»Nichts war sie wert«, eiferte Daveline.

»Er erntete aber doch großen Erfolg.«

»Das war nur ein Überraschungserfolg, wie man ihn in Frankreich mit wohlklingenden Sätzen und Schlagworten stets erzielt.«

»Dennoch . . .«

»Was hat er denn im ganzen gesagt? Daß die Anklage das erste Wort der Sache des Herrn von Boiscoran nicht gefunden habe. Es ist albern . . .«

»Vielleicht ist die Ansicht der neuen Richter eine andere.«

»Wir werden sehen.«

»Herr von Boiscoran wird sich diesmal furchtbar verteidigen. Er schont nichts, er steht auf festem Boden und hat, wenn er sich wehrt, keinen Sturz mehr zu fürchten.

›Qui jacet in terra non habet unde cadat.‹«

»Sei es! Er riskiert auch, noch strengere Richter zu finden, die ihn nicht mit zwanzig Jahren loslassen.«

»Was sagen denn seine Verteidiger?«

»Ich weiß es nicht; ich habe jedoch meinen Aktuar auf Erkundigung ausgesandt, und wenn Sie warten wollen . . .«

Daubigeon wartete und tat wohl daran, denn Méchinet säumte nicht, zu erscheinen, äußerlich kühl, aber innerlich entzückt.

»Nun?« fragte Daveline lebhaft.

Méchinet schüttelte den Kopf und sagte:

»Es ist unbegreiflich, wie wandelbar die öffentliche Meinung ist. Gestern hätte Herr von Boiscoran nicht durch Sauveterre gehen können, ohne zusammengehauen zu werden, und wenn er sich heute zeigte, würde man ihn im Triumph dahintragen. Er ist verurteilt und gilt nun als Märtyrer. Man weiß, daß das Urteil aufgehoben werden wird, und reibt sich die Hände. Ich weiß durch meine Schwestern, daß die vornehmen Damen sich verabredet haben, um der Marquise von Boiscoran und Fräulein von Chandoré einen öffentlichen Beweis ihrer Teilnahme zu geben. Die Anwaltskammer will für Herrn Folgat ein Diner veranstalten.«

»Es ist beispiellos!« rief der Untersuchungsrichter.

»Basta!« versetzte Daubigeon. »Die Ansichten der Menschen sind unsicherer und wechselvoller als die Wellen des Meeres, sagt der Dichter.«

»Und weiter?« fragte Daveline seinen Gerichtsschreiber.

»Ich habe mich sogleich zu Herrn Du Lopt de la Gransière begeben, um Ihren Brief zu überreichen.«

»Was antwortete er?«

»Er hatte gerade eine Besprechung mit dem Herrn Präsidenten Domini. Er nahm den Brief, las ihn flüchtig und sagte mir mit eisig kaltem Tone: ›Es ist gut!‹ Um die Wahrheit zu sprechen, muß ich gestehen, daß er trotz seiner kalten und ruhigen Miene voller Wut zu sein schien.«

Der Richter machte eine Gebärde vollständigster Entmutigung.

»Er ruiniert mich!« stöhnte er. »Leute, die in ihren Adern kein Blut, sondern Galle haben, sind unversöhnlich.«

»Vorgestern sangen Sie noch Loblieder auf ihn!« warf Daubigeon hin.

»Ja, vorgestern hatte ich ihm auch noch nicht Gelegenheit zu einem lächerlichen Mißgriff gegeben.«

Méchinet fuhr in seinen Mitteilungen fort:

»Nachdem ich Herrn Du Lopt de la Gransière verlassen hatte, ging ich nach dem Gerichtsgebäude, wo ich die große Neuigkeit erfuhr, die jetzt die ganze Stadt in Bewegung setzt: daß der Graf von Claudieuse tot sei.«

Daveline und Daubigeon stießen gleichzeitig einen Ruf aus.

»Großer Gott! So ist es also gewiß?«

»Heute morgen um zehn Uhr weniger zwei oder drei Minuten hat er den letzten Seufzer ausgehaucht . . . Ich habe seinen Leichnam im Zimmer des Herrn Staatsanwalts gesehen, wo der Pfarrer von Bréchy und zwei Priester der Diözese ihn bewachen. Man erwartete eine Bahre, um ihn nach seiner Wohnung zu tragen.«

»Unglücklicher Mann!« murmelte Daubigeon.

»Ich habe aber noch ganz andere Dinge vernommen«, fuhr Méchinet fort. »Der Nachtwächter des Tribunals sagte mir, daß gestern abend, nach dem Ende der Verhandlungen, als der Graf dem Tode nahe war, der Pfarrer von Bréchy erschien, um ihm die letzten Tröstungen des Glaubens zu gewähren. Die Gräfin verweigerte ihm den Eintritt zu ihrem Gatten. Plötzlich kam Fräulein von Chandoré und ersuchte den Wächter, für sie die Gräfin von Claudieuse um eine kurze Unterredung zu bitten.«

»Ist's möglich!«

»Es ist genau, wie ich sagte. Beide Frauen blieben eine gute Viertelstunde beisammen. Als sie sich trennten, sahen beide sehr verstört aus. Frau von Claudieuse ließ dann aber sogleich den Priester eintreten, und dieser blieb bei dem Grafen bis zum letzten Augenblicke.«

Daubigeon und Daveline hatten sich von dem tiefen Erstaunen, in welches diese Mitteilungen sie versetzten, noch nicht erholt, als bescheiden an die Tür geklopft wurde.

»Herein!« rief Méchinet.

Die Tür ging auf, und der Gendarmeriewachtmeister trat ein.

»Ich suchte den Herrn Staatsanwalt«, sagte er, »und man sagte mir, daß ich ihn hier träfe . . . Wir haben Frumence Cheminot verhaftet.«

»Den Häftling, welcher die Flucht ergriffen hatte?«

»Denselben. Wir wollten ihn ins Gefängnis bringen; er sagte aber, daß er sehr wichtige und sehr dringende Mitteilungen in bezug auf den verurteilten Boiscoran zu machen habe . . .«

»Cheminot! . . .«

»Eilen Sie, ihm zu sagen, daß ich ihn vernehmen werde!« rief Daubigeon. »Eilen Sie, ich stehe zur Verfügung!«

Das vollendete Muster des strengen Gehorsams, hatte der Wachtmeister kaum das Ende des Satzes abgewartet, um davonzueilen.

»Ich verlasse Sie jetzt, Daveline, in der äußersten Bewegung«, sagte der Staatsanwalt. »Sie haben gehört . . . es ist nötig, zu erfahren, was das bedeutet.«

Aber der Untersuchungsrichter war nicht weniger unruhig und gespannt.

»Sie erlauben mir wohl, Sie zu begleiten«, sagte er.

Dies war sein Recht.

»Gut, aber beeilen Sie sich«, erwiderte der Staatsanwalt.

Die beiden Herren sprachen unterwegs kein Wort. Am Gerichtsgebäude angekommen, fanden sie den Hof von vier- bis fünfhundert Neugierigen gefüllt, die sich auf dem Treppenabsatze drängten und die Türen verstopften.

Aber plötzlich entstand tiefe Stille, alle Häupter entblößten sich, und es wurde ein Weg durch die Menge frei gemacht. Auf der Höhe der Treppe erschien, aus dem Gebäude tretend, der Pfarrer von Bréchy mit zwei anderen Geistlichen; hinter ihnen die Träger des Hospitals mit einer Bahre, auf welcher man die mit einem schwarzen Tuche bedeckten steifen Formen eines Leichnams wahrnehmen konnte.

Die Frauen bekreuzigten sich, und diejenigen von ihnen, welche Platz hatten, knieten nieder.

»Arme Frau von Claudieuse!« murmelte eine von ihnen. »Nun bringt man ihr den toten Mann, und wie es heißt, liegt auch eine ihrer Töchter im Sterben.«

Aber Daubigeon, Daveline und Méchinet waren von etwas anderem viel zu sehr eingenommen, um diese letzte Neuigkeit näher zu erforschen. Da der Eingang frei war, traten sie in das Gerichtsgebäude und gingen eilig zu dem Dienstzimmer, wohin die Gendarmen ihren Gefangenen geführt hatten.

Dieser erhob sich beim Eintreten der Beamten und nahm eine achtungsvolle Haltung an. Es war wirklich der bekannte Cheminot, aber der sorglose Vagabund hatte seine heitere Physiognomie nicht mehr; er war etwas blaß und sichtlich ergriffen.

»Seht da!« sagte Daubigeon, »habt Ihr Euch doch wieder erwischen lassen?«

»Bitte um Entschuldigung, Herr Richter«, erwiderte Cheminot, »ich bin nicht aufgegriffen worden, sondern habe mich selbst gestellt.«

»Unfreiwillig wohl . . .«

»Nein, im Gegenteil, ganz nach meinem eigenen Willen. Fragen Sie den Wachtmeister.«

»Es ist die reine Wahrheit«, sagte der Wachtmeister, einen Schritt vortretend und sich kurz verbeugend. »Cheminot selber kam nach der Kaserne, um mich aufzusuchen, und erklärte: ›Ich stelle mich wieder als Gefangener, weil ich dem Herrn Staatsanwalt wichtige Mitteilungen zu machen habe.‹«

Der Vagabund richtete sich stolz auf.

»Der Herr Richter sehen, daß ich nicht lüge«, sprach er. »Während diese Herren Gendarmen auf allen Straßen nach mir Jagd machten, hockte ich ganz ruhig in einem Dachstübchen des ›Roten Hammels‹ hier und hatte mir vorgenommen, erst dann das Weite zu suchen, wenn man mich vergessen hätte.«

»Ja, aber um im ›Roten Hammel‹ leben zu können, muß man Geld haben, und Ihr hattet doch keins.«

Cheminot zog gelassen aus seiner Tasche eine Handvoll Goldstücke und Banknoten von fünf und von zwanzig Francs hervor.

»Die Herren sehen, daß ich genug hatte, um meine Unterkunft zu bezahlen«, sagte er. »Indem ich mich wieder stelle, zeige ich, daß ich trotz alledem ein ehrlicher Mensch bin. Ich will lieber ein bißchen Haft erleiden, als einen Unglücklichen, der unschuldig ist, ins Zuchthaus wandern sehen . . .«

»Herrn von Boiscoran?«

»Ja, ihn! Er ist ohne Schuld . . . ich weiß es, ich bin meiner Sache gewiß und habe Beweise . . . Hat er selber auch sich geweigert zu sprechen, so werde ich doch alles sagen, ja ich!«

Die Herren Daubigeon und Daveline waren höchlichst erstaunt.

»Sprecht deutlicher!« riefen sie gleichzeitig.

Der Vagabund schüttelte jedoch den Kopf und deutete auf die Gendarmen mit der Miene eines Menschen, der die gerichtlichen Formen kennt.

»Es handelt sich um ein großes Geheimnis«, sagte er, »und wenn man beichten will, möchte man doch nur von seinem Priester gehört werden . . . Auch wünschte ich, daß meine Aussage gleich zu Protokoll genommen würde . . .«

Auf ein Zeichen Davelines entfernten sich die Gendarmen, während Méchinet sich an seinen Schreibtisch setzte und einen Stoß Schreibpapier zurechtlegte.

»Da ich nun reden kann, so ist hier die Erklärung!« fuhr Cheminot fort. »Der Gedanke, zu fliehen, ist nicht von mir ausgegangen. Ich hatte es im Gefängnis nicht schlecht, überdies war der Winter vor der Tür, und ich hatte keinen Sou in der Tasche. Ich wußte nur zu gut, daß, wenn man mich wieder ergriff, meine Lage weit schlimmer wurde. Aber Herr von Boiscoran hatte Lust, einen Abend außerhalb des Gefängnisses zuzubringen . . .«

»Bedenkt wohl, was Ihr sagt!« unterbrach ihn Galpin-Daveline streng.

»Die Justiz läßt nicht ungestraft mit sich scherzen.«

»Ich will sterben, wenn ich nicht die Wahrheit sage!« rief der Vagabund. »Herr Jacques hat einen ganzen Abend in der Freiheit zugebracht.«

Der Untersuchungsrichter erbebte.

»Was für ein Märchen erzählt Ihr da!« sagte er.

»Ich habe Beweise und werde sie geben«, erwiderte Cheminot kalt. »Als Herr Jacques heraus wollte, wendete er sich an mich, und es wurde zwischen uns verabredet, daß ich für eine gewisse Summe, von der ich hier den Rest übergebe, ein Loch in die Mauer brechen und dann die Flucht ergreifen solle, indes er nach Erledigung seiner Geschäfte freiwillig ins Gefängnis zurückkehren würde.«

»Und der Gefängniswärter?« fragte Daubigeon.

Als richtiger saintonesischer Landmann war Cheminot viel zu gewiegt, als daß er Blangin unnützerweise in Gefahr gebracht hätte. Er nahm daher die ganze Verantwortung für den Fluchtplan auf sich.

»Der Gefängniswärter wußte soviel wie ein neugeborenes Kind«, erklärte er. »Wir brauchten ihn gar nicht. War ich nicht gleichsam Unter-Gefangenenwärter? Hatte mich der Herr Untersuchungsrichter nicht selbst mit der speziellen Überwachung des Herrn von Boiscoran beauftragt? War ich es nicht, der seine Zelle öffnete und schloß, ihn ins Sprechzimmer und von da zurückführte?«

»Weiter!« sagte Daveline mit hartem Tone.

»Was ausgemacht war, wurde getan«, fuhr Cheminot fort. »Ich durchbrach eines Abends gegen neun Uhr die Mauer, und wir, Herr Jacques und ich, befanden uns auf dem alten Walle. Er drückte mir noch ein Päckchen Banknoten in die Hand und befahl mir zu laufen, während er sich an seine Geschäfte begeben wolle . . . Da aber packte mich die Neugier, als ich ihn davongehen sah, und ich ging ihm nach.«

So geübt der Staatsanwalt und der Untersuchungsrichter durch ihren Beruf selbst auch waren, ihre Gefühle zu verbergen, gelang es ihnen dennoch schlecht. Der Vagabund fuhr fort:

»Herr Jacques mußte wohl fürchten, erkannt zu werden, denn er schlug Schleichwege ein, hinter den Mauern entlang und durch finstere Gäßchen . . . Glücklicherweise habe ich gute Beine . . . Er durchlief ganz Sauveterre in einem Atem und kam in die Rue Mautrec, an eine endlose Mauer, wo er an einem großen Tor stehenblieb und klingelte . . .«

»Bei Herrn von Claudieuse . . .«

»Das weiß ich nun, aber damals wußte ich's noch nicht . . . Also, er klingelte. Ein Frauenzimmer kam, ihm zu öffnen. Er sprach mit ihr, und sie ließ ihn sogleich eintreten, war auch so in Eile, daß sie das Tor wieder zu schließen vergaß.«

Hier unterbrach ihn Daubigeon mit einer Handbewegung.

»Warten Sie!« sagte er und schrieb einige Worte auf einen Zettel, den er einem herbeigerufenen Gerichtsdiener übergab.

»Besorgen Sie dies sofort«, sagte er diesem. »Beeilen Sie sich . . . und kein Wort davon!«

Sobald der Diener sich entfernt hatte, forderte er Cheminot auf, fortzufahren.

»Da stand ich denn«, erzählte der Vagabund weiter, »völlig ratlos mitten in der Rue Mautrec. Das sicherste war, daß ich mich auf und davon machte; aber dieses nur angelehnte Tor in der Mauer reizte mich. Freilich sagte ich mir: Wenn du hineingehst und wirst ertappt, so wird es heißen: ein Dieb! Aber die Neugier war stärker als meine Furcht. Ich machte das Tor so weit auf, daß ich hindurchschlüpfen konnte, und befand mich nun in einem großen Garten. Es war dunkel wie in einer Esse, aber unten im Hause waren drei Fenster hell erleuchtet. Ich war schon zu weit, um noch zurückzuweichen, schlich also näher, stellte mich an einen Baum und konnte so ganz bequem in einen schönen Saal hineinsehen. Und wen erblickte ich darin? Meinen Herrn von Boiscoran. Die Fenster hatten keine Vorhänge, ich konnte sehen, was ich wollte. Er hatte ein schreckliches Gesicht. Schon wurde ich ängstlich, da trat eine Frau herein, sah ihn und schrie laut auf . . . Diese Frau war die Gräfin von Claudieuse.«

Er hielt inne, um die Wirkung seiner Mitteilungen zu beobachten, aber so groß war die Ungeduld Méchinets, daß er seine untergeordnete Stellung vergaß und »Weiter, weiter!« rief.

»Ein Fenster war halb offen«, erzählte der Vagabund, »so daß ich fast ebenso gut hören wie sehen konnte. Es war fürchterlich. Gleich aus den ersten Worten konnte ich entnehmen, daß Herr Jacques und Frau von Claudieuse eine Liebschaft miteinander gehabt hatten: Sie nannten sich ›du‹.«

»Das ist unsinnig!« rief Daveline.

»Ich war auch ganz erschrocken darüber«, versetzte der Vagabund. »Frau von Claudieuse, eine so verehrte Frau! Aber ich habe doch Ohren, nicht wahr? Herr Jacques erinnerte sie, daß beide am Abend des Verbrechens, einige Augenblicke vor dem Brande, eine Zusammenkunft gehabt hatten, wobei sie ihre Liebesbriefe verbrannten und Herr Jacques sich die Hände schwarz machte.«

»Das habt Ihr wirklich gehört?« unterbrach ihn Daubigeon.

»So gewiß, wie Sie es jetzt hören, mein Herr Richter!« versicherte Cheminot.

»Schreiben Sie, Méchinet«, sagte lebhaft der Staatsanwalt. »Schreiben Sie es wörtlich . . .«

Der Gerichtsschreiber bedurfte dieser Mahnung nicht.

»Was mich am meisten überraschte«, fuhr Cheminot fort, »war, daß Frau von Claudieuse und Herr Jacques einander gegenseitig für schuldig hielten. Jeder klagte den andern des Verbrechens an. ›Du hast meinen Gatten zu töten versucht, weil du Furcht hattest!‹ sagte sie. ›Du hast ihn morden wollen, um frei zu werden und meine Verheiratung zu hintertreiben!‹ sagte er.«

Galpin-Daveline ließ sich in einen Sessel fallen.

»Es ist unerhört!« stammelte er; »unerhört!«

»Aber sie erklärten es einander und kamen endlich dahin, daß sie sich beide für schuldlos erkannten . . . Nachher bat Herr Jacques die Gräfin, sie möge ihn retten, und sie entgegnete, daß sie ihn sicher nicht auf Kosten ihres guten Rufes und zu dem Zwecke retten werde, damit er nachher Fräulein von Chandoré heirate. ›Gut‹, sagte er, ›so werde ich alles erzählen!‹ – ›Tu es‹, sagte sie dagegen; ›man wird dir nicht glauben, ich leugne, und du hast keine Beweise!‹ Verzweifelt warf er ihr vor, daß sie ihn nie geliebt habe. Sie aber schwur, daß sie ihn anbete, mehr als je, und da er doch einmal aus dem Gefängnis heraus sei, so sei sie bereit, alles im Stich zu lassen und mit ihm ins Ausland zu fliehen. Aber er widerstand und rief voll Zorn: ›Lieber will ich ins Zuchthaus!‹ Sie lachte höhnisch und sagte: ›Gut, sei es, du gehst ins Zuchthaus!‹«

Niemand wagte den Vagabunden zu unterbrechen.

»Doch das war alles noch nichts!« fuhr Cheminot fort. »Während Frau von Claudieuse und Herr Jacques sich in solcher Weise stritten, sah ich die Tür des Saals ganz leise aufgehen, und wie einen Schatten, der in ein Leichentuch gehüllt ist, . . . den Grafen von Claudieuse erscheinen. Sein Gesicht sah schrecklich aus, er hatte einen Revolver in der Hand; an den Türpfosten gelehnt, horchte er, indes seine Frau und der andere von ihren früheren Liebesangelegenheiten sprachen. Bei gewissen Worten hob er seine Waffe, als ob er schießen wollte, doch ließ er den Arm stets wieder sinken und hörte weiter zu. Es war so schrecklich, daß ich keinen trockenen Faden am Leibe hatte. Ich mußte mir die größte Mühe geben, um nicht Herrn Jacques und der Frau von Claudieuse laut zuzurufen: ›Unglückliche! Seht ihr denn nicht, daß der Mann da ist! . . .‹ Nein, sie sahen nichts, denn sie waren wie Wahnsinnige vor Verzweiflung und Wut, und Herr Jacques hob sogar seine Hand gegen Frau von Claudieuse auf.

Da sagte der Graf: ›Ich verbiete Ihnen, meine Frau zu schlagen!‹ Sie wendeten sich um, sahen ihn und stießen einen furchtbaren Schrei aus. Die Gräfin fiel wie ein Sack Blei auf einen Sessel . . . Aber Herr Jacques riß seinen Paletot auf und rief: ›Schießen Sie, es ist Ihr Recht! Rächen Sie sich!‹ Herr von Claudieuse antwortete höhnisch: ›Das Gericht wird mich rächen.‹ – ›Sie wissen, daß ich das Verbrechen nicht begangen habe!‹ – ›Desto besser!‹ – ›Mich verurteilen zu lassen, das wäre gemein!‹ – ›Ich werde noch mehr tun: um Ihrer Verurteilung desto sicherer zu sein, werde ich vor Gericht sagen, daß ich Sie erkannt hätte.‹ Als der Graf dies gesagt hatte, wollte er gehen, stürzte aber der Länge nach zu Boden . . . Jetzt packte mich die Furcht, und ich entfloh . . .«

Dem Staatsanwalt gelang es, dank einer gewaltigen Willensanstrengung, seine Bewegung zu bemeistern.

»Warum seid Ihr aber nicht sogleich gekommen«, fragte er mit stark veränderter Stimme, »um dies alles anzuzeigen?«

Der Vagabund schüttelte den Kopf.

»Lust hatte ich wohl«, antwortete er, »ich hab's aber nicht gewagt. Der Herr Richter werden mich verstehen. Ich fürchtete, daß ich meinen Ausbruch aus dem Gefängnis teuer würde bezahlen müssen.«

»Euer Stillschweigen setzte das Gericht einem beklagenswerten Irrtum aus.«

»Ich konnte nicht glauben, daß Herr Jacques verurteilt werden würde . . . Übrigens konnte ich auch gar nicht denken, daß der Herr Graf von Claudieuse seine Drohung ausführen werde. Durch seine Frau betrogen werden, ist freilich hart, aber deswegen einen Unschuldigen ins Zuchthaus bringen . . .«

»Ihr seht indes, daß es geschehen ist.«

»Ja, wer alles vorauswissen könnte! . . . Meine Absichten waren gut, und wenn ich nicht sogleich erschienen bin, um die Sache anzuzeigen, hatte ich mir doch geschworen, daß ich mich melden würde, wenn Herrn Jacques ein Unglück zustieße. Beweis dafür ist, daß ich im ›Roten Hammel‹ geblieben bin und das Urteil abgewartet habe.«

Seine niederschmetternde Betäubung überwindend, hatte sich Daveline erhoben.

»Dieser Mensch ist ein Betrüger!« rief er aus. »Das Geld, welches er vorzeigt, ist der Preis seines falschen Zeugnisses. Warum sollten wir seine Erzählung für wahr gelten lassen?«

»Wir werden sie prüfen«, entgegnete Daubigeon.

Er klingelte, es trat ein Gerichtsdiener ein.

»Sind meine Befehle ausgeführt?« fragte er.

»Jawohl, Herr Staatsanwalt. Der Herr von Boiscoran und die Kammerjungfer der Frau von Claudieuse sind bereits hier.«

»Führen Sie jetzt zunächst die letztere herein. Wenn ich dann läute, lassen Sie auch Herrn von Boiscoran eintreten.«

Die Kammerjungfer war ein robustes Mädchen. Sie erschien sehr bestürzt und war hochrot im Gesicht.

»Sie erinnern sich wohl«, sagte Daubigeon zu ihr, »daß vor einiger Zeit eines Abends ein Mann sich bei Ihrer Herrschaft einstellte?«

»Oh, sehr genau!« erwiderte das Mädchen. »Ich wollte ihn nicht einlassen; als er mir aber sagte, er sei vom Gericht abgesandt, ließ ich ihn sogleich eintreten.«

»Würden Sie ihn wiedererkennen?«

»Ganz gewiß.«

Der Staatsanwalt klingelte, die Tür ging auf, und Jacques erschien. Erstaunen malte sich in seinem Gesicht . . .

»Der ist es!« rief das Mädchen.

»Darf ich wissen?« fragte der Unglückliche.

»In diesem Augenblicke nichts«, erwiderte Daubigeon. »Ziehen Sie sich zurück und . . . gute Hoffnung!«

Aber gleich einem Geblendeten blieb Jacques wie an den Boden gewurzelt und blickte in dumpfer Betäubung um sich. Was sollte er denken? Man hatte ihn völlig unvorbereitet in rauher Weise aus dem Gefängnis geholt, nach dem Gerichtsgebäude befördert, und hier fand er sich plötzlich in Gegenwart des Frumence Cheminot, den er in weiter Ferne glaubte, und einer Kammerjungfer des Herrn von Claudieuse.

Galpin-Daveline erschien bestürzt; Daubigeon dagegen, dessen Antlitz leuchtete, schien ihm Hoffnung machen zu wollen. Hoffnung auf was? Aus welchem Grunde? In welcher Richtung? Méchinet machte ihm verstohlen Zeichen. Der Gerichtsdiener mußte erst an ihn herantreten und ihn zum Mitgehen auffordern. Er zog sich zurück.

»Und nun, mein gutes Mädchen«, fuhr der Staatsanwalt fort, »sagen Sie uns, ob Sie nicht während des Besuches dieses Herrn, den Sie soeben wiedererkannt haben, etwas Besonderes bemerkt haben.«

»Es ist zwischen ihm und meiner Herrschaft ein sehr heftiger Auftritt vorgefallen.«

»Haben Sie diesem beigewohnt?«

»Nein, aber ich bin mir über das gewiß, was ich sage.«

»Wie ging es zu?«

»Als ich der Frau Gräfin sagte, es warte ein Herr vom Gericht im Salon, eilte sie hinunter und befahl mir, bei dem Herrn Grafen zu bleiben. Aber Madame war kaum die Treppe hinunter, als ich einen lauten Schrei hörte. Der Herr, so fest er auch zu schlafen schien, hörte ihn ebenfalls, denn er richtete sich auf und fragte, wo Madame sei. Ich sagte es ihm, und schon tönten laute Stimmen bis zu uns herauf . . . ›Das ist doch ganz ungewöhnlich!‹ sagte der Herr. Ich erbot mich, nachzusehen, was es sei, aber er verbot mir rauh, von der Stelle zu weichen. Und als die Stimmen noch lauter wurden, sagte er: ›Ich werde selbst hinuntergehen. Gib mir meinen Schlafrock!‹

Ich tat, was er verlangte . . . Armer Mann! Er ging oder vielmehr schleppte sich die Wände entlang, und ich blieb allein im Zimmer, am ganzen Leibe zitternd, und die Angst schnürte mir den Magen zusammen, als wenn ich ein großes Unglück geahnt hätte. Als ich aber nichts weiter hörte und die Minuten verstrichen, sagte ich mir selbst, daß es töricht sei, mir solche Gedanken zu machen. Da ertönten zwei Schreie, so schneidend und so entsetzlich, daß ich bis ins Mark erzitterte.

Ich wagte nicht hinauszugehen, legte aber das Ohr an die Tür und konnte sehr deutlich die Stimme des Herrn Grafen hören, der sich mit einem andern stritt. Unmöglich, wie es mir war, ein einziges Wort zu verstehen, begriff ich, daß es sich um sehr ernste Dinge handelte.

Plötzlich entstand ein großer Lärm, wie von einem fallenden Körper, und wieder ein Schreckensruf. Nun hatten auch die andern Dienstboten in ihren Schlafkammern etwas gehört und kamen zum Vorschein, um die Treppe hinabzugehen. Da wagte ich die Tür zu öffnen und schloß mich den andern an. Wir fanden in dem Salon Madame ohnmächtig auf einem Lehnsessel und den Herrn auf den Boden gestreckt, wie tot.«

»Was habe ich gesagt!« rief Cheminot.

Der Staatsanwalt bedeutete ihm durch ein Zeichen, stillzuschweigen, und wendete sich wieder zur Kammerjungfer:

»Und wo war der Besucher?«

»Fort, mein Herr, entflohen, verschwunden.«

»Was haben Sie hernach getan?«

»Wir haben den Herrn Grafen ins Leben zurückgerufen und in sein Zimmer getragen. Wir haben ebenso Madame wieder zum Bewußtsein gebracht, und der Kammerdiener hat den Doktor Seignebos geholt.«

»Was sagte Frau von Claudieuse, als sie wieder zum Bewußtsein kam?«

»Nichts. Sie war wie jemand, der einen Keulenschlag vor den Kopf erhalten hat.«

»Sonst ereignete sich nichts?«

»O doch, mein Herr.«

»Das ältere von unsern Fräulein, Marthe, bekam fürchterliche Krämpfe.«

»Wie ging das zu?«

»Ich weiß weiter nichts, als was das Fräulein selbst erzählte.«

»Wiederholen Sie es mir?«

»Es klingt seltsam genug. Als der Herr, den ich soeben wieder erkannt habe, an unserem Gartentor läutete, hatte sich Fräulein Marthe, die bereits zu Bett gebracht war, erhoben und ans Fenster gestellt, um zu sehen, was es gäbe. Sie hatte mich mit einem Lichte in der Hand zur Tür gehen und mit einem Herrn nach dem Hause zurückkehren sehen. Sie wollte nun wieder zu Bett, als sie plötzlich zu bemerken glaubte, daß eine der Statuen des Gartens sich bewegte und zu gehen begann. Alles, was man ihr nachher auch vorzuhalten versuchte, war vergeblich. Sie glaubte fest daran und versicherte, sie habe sich nicht getäuscht, die Statue sei leise die Allee entlanggegangen und habe sich unter den Baum gestellt, der den Fenstern des Salons am nächsten steht.«

»Das war ich!« rief Cheminot triumphierend.

Die Kammerjungfer sah ihn an und sagte, ohne besonders überrascht zu sein:

»Das ist wohl möglich.«

»Und was wissen Sie noch darüber?« fragte Daubigeon.

»Ich weiß, daß es ein Mensch gewesen sein muß, der sich in den Garten geschlichen hatte und vor dem Fräulein Marthe sich fürchtete, und zwar aus diesem Grunde: Herr Seignebos ließ, als er wieder fortging, eine Geldmünze fallen, die gerade unter den Baum rollte, unter welchem Fräulein Marthe die Statue gesehen hatte. Der Kammerdiener, welcher den Doktor geleitete, half ihm das Geldstück suchen, und als er unter dem Baum den Boden beleuchtete, konnte er sehr deutlich die Eindrücke von Nagelschuhen erkennen . . .«

»Das waren die Eindrücke von meinen Schuhen«, unterbrach sie Cheminot, und er setzte sich nieder und zeigte seine Schuhsohlen vor.

Daubigeon hatte sich indessen seine Meinung schon gebildet.

»Es ist gut«, bemerkte er. »Ich glaube Euch . . . Und Sie, liebes Kind«, wendete er sich zur Kammer Jungfer, »könnten Sie uns wohl mitteilen, ob nach allen diesen Szenen zwischen dem Herrn Grafen und der Frau Gräfin Auseinandersetzungen erfolgt sind?«

»Ich weiß es nicht, allein Madame und der Herr waren seitdem nicht mehr zueinander wie vorher.«

Mehr konnte sie nicht angeben. Der Staatsanwalt entließ sie nach Unterzeichnung des Protokolls. Dann sagte er einige beruhigende Worte zu Cheminot:

»Man wird Euch ins Gefängnis zurückbringen, aber Ihr seid ein braver Kerl und braucht keine Angst zu haben. Geht!«

Der Staatsanwalt und der Untersuchungsrichter konnten sich nun gegenseitig aussprechen. Es war, als ob der Gerichtsschreiber gar nicht mehr anwesend wäre.

»Nun, was sagen Sie zu alledem?« fragte Daubigeon.

Der Untersuchungsrichter war niedergeschmettert.

»Man möchte sich den Gehirnkasten einschlagen!« murmelte er.

»Fangen Sie nun an zu glauben, daß Folgat recht hatte, zu sagen, der Fall sei durchaus nicht so klar, wie Sie behaupteten?«

»Ach, wer wäre auch jemals so getäuscht worden wie ich! . . . Sie selbst waren ja auf ein Haar meiner Meinung . . . Indessen, wenn Jacques von Boiscoran und Frau von Claudieuse nicht schuldig sind, wer ist dann der Schuldige?«

»Das haben wir nun zu erforschen; denn ich bin fest entschlossen, nicht zu ruhen, bis ich die Wahrheit an den Tag gebracht habe . . . Welch ein Glück, daß Formfehler das Urteil nichtig gemacht haben!«

Er war so bewegt, daß er sogar seine ewigen Zitate vergaß. Zum Schlusse wendete er sich an den Gerichtsschreiber:

»Aber es ist keine Minute zu verlieren«, sagte er. »Nehmen Sie die Beine in die Hand, mein lieber Méchinet, und eilen Sie zu Herrn Folgat, um ihn hierherzubitten. Ich erwarte ihn.«


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