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Philosophenliebe.

Komm sieh mich an und halte still,
Du liebes Scheingebilde,
Du bist nur immer, was ich will;
Nicht mehr als Topas und Smaragd,
Die ich erst gold und grün gemacht,
Ist deiner Schönheit Milde.
Dein braunes Auge mal' ich dir,
Du lachst in meinen Ohren,
Dein warmer Kuß erglüht an mir,
Dein Leib, so gut er dir auch paßt,
Ist meines eignen Leib's Getast,
Ich hab' dich mir geboren.

Laß mich dir tief in's Auge sehn –
Wie ist's mit deiner Seele?
Ist deine Liebe nur ein Lehn
Von meiner liebenden Gewalt?
Ein Echo, das mir widerhallt
Den Sehnsuchtschrei der eig'nen Kehle?

*


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