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Die 47. Fabel, von der Ameise und der Taube

Guttat trägt Zins, davon hört eine Fabel.

Eine Ameise ward vom Durst gequält und kroch in einen Brunnen hinab, da zu trinken, und fiel in das Wasser. Ob dem Brunnen saß auf einem Baum eine Taube, die sah die Ameis im Wasser liegen, brach ein Ästlein vom Baum und warf es hinab in den Brunnen, an dem Ästlein stieg die Ameise hinauf und kam in Sicherheit.

Mittlerweil war ein Vogler gekommen und stecket Klebruten an hohe Stangen, daß er die Tauben fangen möchte. Da die Ameis das merket, biß sie den Vogler in den Fuß, der Vogler zucket vor Schmerz, also daß ihm die Stang entfiel mit Lärmen. Davon erschrak die Taube und flog eilends fort und ward gerettet vom Tod.


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