Autorenseite

 << zurück weiter >> 

Die 11. Fabel, von dem kreißenden Berg

Gar oft macht einer, als in dieser Fabel, viel Lärmens um Geringes.

Ein Berg ward schwanger, und zu der Zeit, als er gebären sollt, seufzte er gar schwer, schrie überlaut und heulete aus der Maßen erschrecklich, also daß viele Meilen weit in der Gegend sein großes Klagen gehört ward, und die Menschen überkam Furcht und Zittern vor dem grauslichen Getön. Da nun nach den furchtbaren Wehen sein Stündlein gekommen war. gebar der Berg eine Maus. Und nicht sobald war die Kunde davon im Lande ausgebreitet worden, als ein gewaltig Lachen unter den Menschen sich erhob, davon denn das lateinisch Sprüchlein sich schreibet: Parturiunt montes, nascetur ridiculus mus.


 << zurück weiter >>