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Die 26. Fabel, von dem Metzger und den Widdern

Uneinigkeit schafft Übel, als uns diese Fabel beweiset.

Einsmals waren viele Widder beieinander versammelt, zu ihnen kam ein Metzger und griff unter ihnen, welcher ihm gefiel. Da sie nun sahen, wie er einen nach dem anderen mit seiner blutigen Hand herfürzog, ihn tötet und metzget, fürchteten sie sich dennoch nicht und sprachen untereinander: ach, er hat jenen gegriffen, was gehet das uns an? Welchen er zeucht, den zeucht er. Also zog der Metzger alle bis auf einen, der sprach zu ihm: unser Uneinigkeit ist schuld, daß wir alle nacheinander von einem einzigen werden getötet, so wir wohl hätten zusammenstehen können, da möchten wir dich wohl mit unseren Hörnern gestoßen haben und zerknirscht und getötet, so wären wir jetzt deines Wütens ledig.


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