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Die 4. Fabel, vom Wolf und dem Kranich

Diese Fabel zeuget, daß nicht Lohn hat, wer den Bösen wohltut.

Ein Wolf verschlang einen Knochen, der ihm überzwerch im Schlunde stecken blieb, litt harte Pein und erbot großen Lohn dem, welcher ihm helfen würde. Da ward berufen der Kranich mit dem langen Hals, der stieß seinen Kragen in den Schlund des Wolfs und zog ihm das Bein heraus und macht' ihn gesund. Als solches geschehen, forderte der Kranich den versprochenen Lohn. Was, schrie der Wolf, ist das nicht genug, daß dein Hals so tief in meinem Rachen gewesen, daß ich dich hab ungeletzt von meinen Zähnen entschlupfen lassen, und begehrest dannoch einen Lohn von mir!


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