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Die 6. Fabel, vom Raben und dem Fuchs

Die auf Schmeichler hören, werden betrogen, als diese Fabel ausweiset.

Ein Rabe raubte einen Käs und setzte sich mit ihm auf einen Baum. Da das ein Fuchs ersah, wässerte ihm das Maul nach dem Käse und sprach zum Raben mit süßen Worten also: o mein Herr Rab, welcher ist wohl dir gleich! Kein Vogel hat solch schimmerndes Gefieder, wie du hast, und ich wollte dich für den allerziersamsten und schönsten schätzen, wenn ich nur deinen Gesang hören möchte. Der dumme Rab freuet sich des listigen Lobes, wollt sich recht erweisen, recket sich hoch und schrie kräftiglich. Als er aber den Schnabel auftat, entfiel ihm der Käs und ward des schlauen Fuchsen Speise.


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